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Kreativität durch den Blitz

Kreuzlingen – Günter Dittmann zeigt Bilder aus mehreren Lebensabschnitten in der Gerothek. Seiner Ausstellung gab er bewusst kein übergeordnetes Thema. Das Augenmerk soll auf der künstlerischen Entwicklung und Vielseitigkeit liegen.

Werk aus dem Jahre 2008. (Bild: sb)

Günter Dittmann ist in Kreuzlingen bekannt. Auch die Kreuzlinger Zeitung berichtete schon mehrfach über ihn. Der ehemalige Architekt lebt im Kreuzlinger Alterszentrum, wo er seine Frau pflegt. Zeit seines Lebens malte und zeichnete er begeistert. Auch heute noch veröffentlicht er Broschüren mit seinen Werken. Über seine Kindheit in der ehemaligen DDR und wie er sein Leben nach einem schweren Schicksalsschlag neu ordnen musste, hat er ein Buch geschrieben.
1999 traf ihn bei einer Zeichenxkursion ein Blitzschlag. Er wäre fast gestorben, die Genesung dauerte Monate lang und noch heute hat er mit den Folgeschäden zu kämpfen. Das Zeichnen und Malen half ihm damals, die Welt wieder zu entdecken, sagt er. Seine Kunst, sein Ausdruck, vielleicht auch seine Wahrnehmung hat sich seit dem folgenschweren Tag jedoch verändert.
«Diese Entwicklung will ich mit der Ausstellung dokumentieren», sagt Dittman. Malte der Künstler früher Portraits von Körpern, Landschaften, Architektur und brachte sie mit fotografischem Auge zu Papier, wurden seine Werke später farbiger, wilder, abstrakter. «Ich begann, Ideen auszuformen, statt aus der Realität abzuzeichnen», sagt er über seine neue künstlerische Sprache. Auch nahm er alte Werke her und übermalte sie. Er ist überzeugt: «Der Blitzschlag weckte neue Kreatvität.» Insgesamt 28 Bilder sind in der Ausstellung zu sehen, bei denen Dittmann eine Vielzahl von Techniken und Gestaltungsmittel anwandte. Werke aus den 80er und 90er Jahren sind darunter, der Fokus liegt aber auf aktuellen Bildern. Inhaltlich bieten sie eine Vielfalt, sodass ein übergeordnetes Thema vom Künstler als beschränkend empfunden wurde.

Vernissage am Samstag
Die Ausstellung ist bis 22. Januar in der Gerothek an der Bahnhofstrasse 6 zu sehen (Öffnungszeiten werktags auf Anfrage bei Günter Dittmann unter Tel. 071 688 3201). An der Vernissage am 7. Januar sowie an der Finissage liest die Schauspielerin Eveline Ketterer Verse von Eugen Roth (ab 14 Uhr). Am 15. Januar und am 21. Januar sind von 14 bis 17 Uhr Trickfilme von Günter Dittmann zu sehen.

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