/// Rubrik: Artikel

Öffentlicher Mammutprozess im Rathaus

Kreuzlingen – Am 20. Februar beginnt der grösste Strafprozess, den der Thurgau je gesehen hat. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen 14 Beschuldigte wegen vorsätzlicher Tötung, Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Menschenschleusungen, Erpressung sowie weiterer Delikte. Verhandelt wird öffentlich, im Kreuzlinger Rathaus. (T. Pleuler, Vorsitzender Richter)

Vier der sechs wegen der Tötung eines 53-Jährigen?Rentners in Kümmertshausen Angeklagten sitzen in der Schweiz in Haft. (Symbolbild: Rike/pixelio.de)

Im November 2010 wurde in Kümmertshausen ein Mann tot in seinem Wohnhaus aufgefunden. Die Staatsanwaltschaft klagt in diesem Zusammenhang vier Personen an; zwei weiteren, in der Türkei festgenommenen Personen, wird dort der Prozess gemacht.
Die Staatsanwaltschaft sieht die Tat im Zusammenhang mit Drogen und Menschenschleusungen. Die übrigen zehn Personen haben sich wegen qualifizierter Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz, Menschenschleusungen, Erpressungen und versuchter schwerer Körperverletzung zu verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht von einer gut organisierten, kriminellen Gruppierung aus.

Aufgrund der vielen Angeklagten und Delikte dauert der Prozess mehrere Monate. Der Verhandlungsblock über den Fall «Kümmertshausen» etwa beginnt voraussichtlich im September 2017. Die Urteile sollten Ende November 2017 eröffnet werden. Die Verhandlungen finden aus Platzgründen im Rathaus Kreuzlingen statt. Sie sind öffentlich, der Zutritt ist aber beschränkt. Die interessierten Besucher müssen sich aus Sicherheitsgründen ausweisen und erhalten vorgängig Platzkarten. Das Bezirksgericht hat die voraussichtlichen Verhandlungsdaten sowie die Informationen über den Zutritt zum Gerichtssaal im Rathaus im Internet publiziert (www.bezirksgericht.tg.ch à Kreuzlingen à Verhandlungen).

Die Hauptverhandlung findet ausserhalb des Gerichtsgebäudes statt; deshalb kann das Bezirksgericht Kreuzlingen den übrigen Gerichtsbetrieb in den eigenen Räumlichkeiten weiterführen. Weil aber ein Grossteil der Richterinnen und Richter mit dem Strafprozess beschäftigt ist, muss in anderen Prozessen mit Verzögerungen gerechnet werden.

Hinweise zum Verfahrensablauf
Am 20./21./22./27./28. Februar und 1. März werden Vorfragen behandelt, und es besteht für die Parteien die Möglichkeit, Beweisanträge zu stellen. Am 6./7./8./13./14./15. März werden allenfalls zusätzliche Beweise abgenommen. Am 20. März beginnt die Verhandlung der ersten, von der Staatsanwaltschaft zur Anklage gebrachten Delikte (Betäubungsmittel).

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.