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Spass auf dem Eis – auf eigene Gefahr

Kreuzlingen, Bommen, Illighausen – Die Gewässer im Bezirk Kreuzlingen sind zugefroren und laden zum Schlittschuhlaufen ein. Dabei sind die Gemeinden gesetzlich nicht verpflichtet, Eis freizugeben. Deswegen kann das Betreten ohne eine solche Freigabe nur auf Eigenverantwortung erfolgen.

Jugendliche spielen auf dem Bommer Weiher Hockey. (Bild: sb)

Die erste Regel der von der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft veröffentlichten sechs Eisregeln lautet: «Eisflächen nur betreten, wenn sie von der Behörde freigegeben worden sind.» Aber was tun, wenn nirgendwo ein Schild mit entsprechenden Hinweisen steht?

Auf dem Ziegeleiweiher in Kreuzlingen dreht ein Anwohner mit seinen Kindern am Montag die ersten Runden. «Ist es sicher?», fragen wir. «Klar», sagt der Vater aus dem Quartier. «Wir haben ein Loch gebohrt. Die Eisdecke ist über zehn Zentimeter dick.» Auf die Frage, ob denn das Eis freigegeben sei, wusste er keine Antwort und verliess sich deswegen auf sein eigenes Urteil.

Dem ist auch nichts entgegenzusetzen. Denn es gibt keine gesetzliche Verpflichtung für Gemeinden, sich darum zu kümmern, erklärt Marco Sacchetti, Generalsekretär des kantonalen Departements für Bau und Umwelt. Auch die Besitzer – meist sind es sowieso die Gemeinden oder, wie im Fall der Lengwiler Weiher, Pro Natura – müssen dies nicht tun. So bleibt am Ende die Eigenverantwortung, sagt Sacchetti.

Betreten auf eigene Gefahr

Schild bei den Lengwiler Weihern. (Bild: sb)

Manchmal stellen die Besitzer Schilder auf, «Betreten auf eigene Gefahr». An den Lengwiler Weihern hat die Stadt eine Holzleiter und einen Rettungsring für Notfälle angebracht.

Zuständig für die Überprüfung der Eissicherheit ist indes die Polizei. Die Kantonspolizei hatte erst Ende vergangener Woche in einer Medienmitteilung generell zur Vorsicht gemahnt und vor zu dünnen Eisdecken gewarnt. Gemessen wurde am Hüttwilersee. Dort will die Seepolizei auch heute wieder messen, so ein Sprecher der Medienstelle der Kantonspolizei (aktuelle Meldungen auf www.kreuzlinger-zeitung.ch).

Glühwein und Eislaufen
Am Bommer Weiher (Kemmental) hat die Seepolizei das Eis in der Zwischenzeit als sicher beurteilt. Um die 13 Zentimeter dick sei das Eis gewesen, so Dienstchef Urs Eberli auf Anfrage. Der Bommer Weiher gehört zu je einem Drittel dem Kanton, Pro Natura und Privaten. Am Dienstagnachmittag war hier schon ein flottes Eishockeymatch im Gange. Die Feuerwehr Kemmental habe das Eis gewässert, damit es schön glatt wird, sagt eine Frau. Am Ufer steht eine Festwirtschaft vom Sonnenhof, ab 17 Uhr gibt es Glühwein. Es hat Bänkli zum Schuhe anziehen und man kann bei Licht Eislaufen.

Gänzlich unbedenklich ist indes der Besuch des Eisfeldes auf dem Fussballplatz beim alten Schulhaus in Illighausen. Dieses haben einige Einwohner in nächtlicher Fronarbeit angelegt. Am Dienstag vor einer Woche eröffneten die Illighauser den Platz und seitdem war einiges los: So gab es Wettkämpfe wie Eisstockschiessen und eine Festwirtschaft. Ob in den nächsten Tagen trotz der Sportferien auch etwas geboten wird, ist ungewiss. Interessierte können einfach vorbeischauen.

Ausblick:
Es wird wieder wärmer. Schon am Wochenende soll’s vorbei sein mit dem Dauerfrost. Gegen Ende nächster Woche klettern die Temperaturen voraussichtlich auch in der Nacht wieder auf über Null. Das Wochenende bietet wahrscheinlich die letzte Chance, um nochmal im Freien aufs Eis zu steigen.

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