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Nur weil jemand Brot backen kann, ist er noch lange kein Bäckermeister…

Leserbrief – Im Jahr 2002 liess ich mich einbürgern. Deshalb kenne ich die Abläufe im Einbürgerungsverfahren nur zu gut. Trotzdem bin ich klar gegen eine erleichterte Einbürgerung. (Indira Marazzi, Kreuzlingen)

(Bild: pixelio)

Wieso? Im Berufsleben ist es auch so, dass man sich gewissen Prüfungen unterziehen muss, damit man sich z.B. Technischer Kaufmann oder Marketingfachmann nennen kann. Dies sehe ich genau so im Einbürgerungsverfahren. Wenn man SchweizerIn werden will, dann soll man auch etwas dafür tun. Es sind mehr Prüfungen notwendig als nur die finanziellen Mittel, die Sprachkenntnisse oder ob man einen Eintrag im Strafregisterauszug hat. Als SchweizerIn muss man die Kultur, Werte und Sitten kennen und vorallem leben! Es reicht nicht, auf eigenen finanziellen Beinen zu stehen um SchweizerIn zu sein. Auch gibt es keine Garantien, dass jemand integriert ist, weil er in der Schweiz geboren ist. Nur weil jemand Brot backen kann, ist er noch lange kein Bäckermeister. Deshalb ein klares NEIN bei der erleichterten Einbürgerung.

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5 thoughts on “Nur weil jemand Brot backen kann, ist er noch lange kein Bäckermeister…

  1. Bruno Neidhart

    Sollen nur „Bäckermeister“ erleichtert eingebürgert werden? Dann müssten sich aber viele der in den vergangenen Jahrzehnten eingebürgerten Gutbetuchten bei der CH-Bäckervereinigung nachträglich zu einem Brotback-Meisterkurs anmelden!

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  2. schiesser

    Da auch bei der vorgeschlagenen erleichterten Einbürgerung für Ausländer der dritten (!) Generation eine erfolgreiche Integration Voraussetzung ist, dürften Frau Marazzis Forderung nach mehr als finanziellen Mitteln, Sprachkenntnisse und einem sauberen Strafregisterauszug, erfüllt sein. Da die in Frage kommenden Einbürgerungswilligen in der Schweiz die Schule besucht haben und hier aufgewachsen sind (wie auch ihre Eltern) dürften sie die gleichen Kenntnisse von „Kultur, Werten und Sitten“ haben, wie gleichaltrige „Wurzelschweizer“. Bei denen ich zudem nicht sicher bin, ob da alle diese geforderten Kenntnisse haben. Aber die müssen ja nicht nachweisen, dass sie „Bäckermeister“ sind, bei denen reicht es, Brot backen zu können. (Wobei mir ja – ehrlich gesagt – wichtiger ist, ob der, bei dem ich das Brot kaufe, die Kunst des Brotbackens beherrscht, als ob er eine Meisterprüfung abgelegt hat.)

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  3. Marazzi Indira

    Werte Herren, mir sind genügend Leute bekannt, welche einen Schweizer Pass erhalten haben (ohne erleichterte Einbürgerung) die aber keinesfalls Schweizer/innen sind. Deren Kinder sind es im übrigen auch nicht, weil eine gewisse Weitergabe von Kultur und Werten fehlt. Deshalb bin ich klar gegen eine erleichterte Einbürgerung. Weil eben nicht jeder der sich als Schweizer ausgibt, auch einer ist!

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  4. Bruno Neidhart

    Nicht jede Schweizerin ist Schweizerin. Nicht jeder Schweizer ist Schweizer. Sagt Marazzi Indira. Jetzt wird’s aber kompliziert. Bern bitte melden!

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  5. Scherrer

    Nur weil jemand Brot backen kann, ist er noch lange kein Bäckermeister…

    Interessantes Thema, es kommt jedoch auch auf die Lebenserfahrung drauf an.

    Da hat Indira wohl sehr recht..
    Weiter so !!

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