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Die Schweiz in Konstanzer Museen

Konstanz – Die Konstanzer Museen haben ihr Programm für 2017 vorgestellt. Darunter finden sich zwei grosse Ausstellungen mit Bezug zur Schweiz: einmal mit Kunst aus dem Appenzell und einmal mit dem Kreuzlinger Künstler Ernst Würtenberger. Nach dem Erfolg der Tägermoosausstellung darf man wieder gespannt sein.

Albert Manser «Hüt isch Öberefahrt». (Bild: zvg)

«Wir werden mit unseren Ausstellungen versuchen, nicht nur als Einkaufsstadt gesehen zu werden, sondern auch kulturell interessant für unsere Nachbarn aus der Schweiz zu sein», sagte Dr. Tobias Engelsing, Direktor der Städtischen Museen in Konstanz, als er das Programm für 2017 vorstellte. Mit diesem Vorsatz gibt es im Rosgartenmuseum ab Juni eine Ausstellung zur Appenzeller Kunst zu sehen. Zusammen mit fünf Museen aus der Schweizer Region werden Werke gezeigt, die von Sennen und Tagelöhnern gemalt wurden. In Zeiten von Trump, Le Pen und der AfD will Engelsing basisdemokratische Inhalte vermitteln und hierzu eignet sich die historische Betrachtung des Appenzells. Die Bilder mit sehr folkloristischen Motiven spiegeln die politische und gesellschaftliche Situation im Appenzell, welche in einem Begleitband erörtert werden wird. Apropos Bildband: «Das Tägermoos» war komplett ausverkauft. Wer kein Exemplar erhalten hat, kann sich ab Montag aber von der Neuauflage eines sichern!

 

Ernst Würtenberger
«Der Dekorationsmaler». (Bild: zvg)

In der Wessenberg Galerie gibt es im Winter diesen Jahres nach Ausstellungen zum Expressionismus, der Bodenseelandschaft und Münchner Verbindungen, ebenfalls einen Schweizer Bezug. Im Herbst wird hier das Œuvre Ernst Würtenbergers zu betrachten sein. Würtenberger wurde 1868 in Steisslingen geboren und wuchs in  Emmishofen auf. Er war Berater von Zürcher und Winterthurer Kunstsammlern, hatte wesentlichen Anteil an der künstlerischen Durchsetzung Ferdinand Hodlers in der Schweiz und setzte sich nachdrücklich für den Bau des Zürcher Kunsthauses ein. Zudem war Würtenberger in der Schweiz ein gefragter Porträtist. Wer etwas auf sich hielt, liess sich oder seine Familie von ihm malen. Die Ausstellung in der Städtischen Wessenberg-Galerie Konstanz legt den Fokus auf Ernst Würtenbergers Zürcher Jahre und sucht seine Bedeutung für die Schweizer Kunst- und Kulturszene jener Zeit herauszuarbeiten. «Ein Glücksfall ist», so Barbara Stark, die Leiterin der Wesenberg-Galerie, «dass uns beinahe der komplette Nachlass des Künstlers zur Verfügung steht. So haben wir fast zu viel Material und können eine hochkarätige sowie inhaltlich spannende Ausstellung konzipieren.» Weitere Neuerungen 2017: Audioguides für das Rosgartenmuseum sowie ein Kunstdepot für alle vier Häuser, zu denen auch das Bodensee-Naturmuseum über dem Sealife sowie das Hus-Museum gehören.

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