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Label für Palliativ Pflege

Kreuzlingen – Das Alterszentrum Kreuzlingen hat ein Qualitätslabel für die geleistete Palliativpflege erhalten. Die Verleihung war am Mittwoch, 22. Februar. Lebensqualität bis zum Tod ist dem gesamten Team des AZK ein hohes Anliegen.

Pia Hollenstein überreicht das Label «Qualität in Palliativ Care» an Anna Jäger, Geschäftsführerin des Alterszentrum Kreuzlingen. (Bild: vf)

«Wenn nichts mehr zu machen ist, ist noch ganz viel zu tun.» Mit diesen eindrucksvollen Worten von Cicely Sanders beschrieb Pia Hollenstein, Präsidentin des Vereins «Qualité Palliative», die Arbeit, die vom Pflegepersonal und den Ärzten mit sterbenden Menschen geleistet wird. Früher wurden bei der Arztvisite die Zimmer übersprungen, in welchen Sterbende lagen – man könne ja nichts mehr für den Patienten tun. «Zum Glück kommt dies heute nicht mehr vor», so Hollenstein, «alle sind sich heute bewusst, dass es alle Dienste braucht, um die letzte Lebensphase aktiv zu gestalten und eine bestmögliche Lebensqualität zu erhalten – bis zum Tod.» Ein Label, wie das hiermit verliehene, zeigt, dass sich ein gesellschaftlicher Wandel vollzogen hat. Und es steht für noch mehr: Für die Anerkennung und Wertschätzung der geleisteten Arbeit, Tag für Tag. Das Label richtet sich an 62 Kriterien, die vom AZK sämtlich erfüllt werden. Der Mehrwert eines solchen Qualitätsmerkmals liegt darin, dass Mitarbeiter geschult werden und somit die Arbeitszufriedenheit steigt, erklärt Hollenstein. Auch für Bewerber könne die Auszeichnung ein Grund sein, sich für das Alterszentrum als Arbeitgeber zu entscheiden. Zudem sei es ein Kriterium, warum zukünftige Bewohner ihre Wahl auf das AZK fallen lassen werden. Somit bedeutet das Label einen klaren Marktvorteil. Eine gute Identifikation zu einer Institution bedeutet einen geringeren Wechsel – sowohl von Personal als auch Bewohner. Anna Jäger, Geschäftsführerin des Alterszentrums sprach der gesamten Einrichtung ihren Respekt und ihre Wertschätzung aus. «Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Träger dieses Anlasses. Die Arbeit von ihnen allen kommt im Label zum Ausdruck, weil sie alle einen Beitrag zur Lebensqualität der Bewohnenden leisten», so Jäger. Dass dies auch in der Praxis erfolgt, zeigt Ursi Rieder, Bereichsleiterin für Pflege und Betreuung, indem sie einen Brief vorliest, den die Frau eines kürzlich verstorbenen Bewohners an das AZK geschrieben hat. Sie bedankt sich darin für die geleistete Unterstützung, die für sie nie eine Selbstverständlichkeit gewesen sei. Eine Anerkennung für die Leistung, die von Pflegepersonal und Leitung erbracht werden, ist ein wichtiges Zeichen nach aussen. Immerhin ist der Umgang mit sterbenden Menschen ein Zeichen für die Gesellschaft, in der wir leben und somit von immenser Bedeutung für uns alle.

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