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Bombastischer Boulev’art

Kreuzlingen/Konstanz – Die Kunstnacht feiert am 8. April durch das Kulturbüro Konstanz eine Wiederauferstehung. Als Bühne für eine Vielzahl an Kunstaktionen unter dem Motto «Wasser» wurde der Boulevard auserkoren, womit auch Kreuzlingen wieder mit im Boot ist.

Kuratoren, Verantwortliche und Organisatoren am Hauptzolle vor der Hauptstrasse, welche an der Kunstnacht stark bespielt wird. (Bild: ek)

«Schon die erste Kunstnacht 2001 war dazu gedacht, die Kreuzlinger Kunstszene den Konstazern näherzubringen», erinnert sich Mitinitiator Richard Tisserand zurück. Aus dem ehrenamtlichen Engagement ist mittlerweile eine städtisch organisierte Kunstschau erwachsen. Nachdem 2014 die vorläufig letzte Nacht stattfand, hat nun das Kulturbüro Konstanz die Organisation übernommen. Ein Jahr lang haben Kuratoren, Organisatoren und Galeristen daran gearbeitet, einen kunstvoller Abend erschaffen.

Frei fliessende Kunstszene
Am Samstag, 8. April, ab 18 Uhr öffnen die Galerien ihre Türen und die Künstler beginnen mit ihren Aktionen. Als Oberbegriff wurde das Thema «Wasser» gewählt. «Der Bodensee verbindet uns. Für die Kunstnacht holen wir das Wasser einfach in die Stadt», erklärt Sarah Müssig, Leiterin des Kulturbüros Konstanz.

Bis Mitternacht gibt es Kunst im öffentlichen Raum zu entdecken. Kristof Georgen bringt mit «Rauschpegel» ein akustisches Abbild von Friedrichshafen ins historische Rathaus Konstanz. Felix Kiesslings Installation «Weltwasserspiegelsenkung» veranschaulicht, wie weit sich die Weltmeere senken, wenn auch nur 2,5 Liter aus dem Bodensee entnommen werden. Zwölf Anweisungsschilder von Matthias Berthold, welche in beiden Städten aufgestellt werden und über die Kunstnacht hinaus bestehen bleiben, fordern die Besucher zu teils abstrusen Handlungen auf. «Diese dienen auch als Wegweiser durch die Nacht», sagt Helga Sandl, welche als Kuratorin für die Konstanzer Seite verantwortlich ist. Als Mittel- und Verbindungspunkt dient der Hauptzoll, welcher auf der Landesgrenze mit einem 25 Meter langen und 2,5 Meter hohen transparenten und gleichzeitig spiegelnden Vorhang versehen wird.

Kunst als Konnektor
Die Kreuzlinger Seite hat Ute Christiane Hoefert produziert. «Das Ziel der Kreuzlinger Kunstkommission ist es, die Kunst im öffentlichen Raum sichtbar zu machen», sagt Hoefert, welche selbst Mitglied der Kommission ist. Sie hat den Boulevard in den Fokus gerückt und in einen Boulev’art verwandelt. Hier gibt es ganze zwölf Kunstwerke zum Thema «Wasser» zu entdecken. Die St. Gallerin Andrea Vogel zeigt ihre Auftritte als Wasserspenderin in leeren Brunnen in Rom. Christian Niccoli ruft mit ziellos herumtreibenden Personen Assoziationen zur Flucht übers Mittelmeer hervor. Die Klangkünstlerin Christina Kubisch hat Wassergeräusche zusammengetragen, die an Schuberts «Winterreise» erinnern. Auch das am 1. April eröffnete «Trösch» wird integriert und dient mit Kurzfilmen, Bar und Konzert als Dreh und Angelpunkt.
Die Stadt Kreuzlingen unterstützt die Kunstnacht mit 20’000 Franken. Zutritt zu allen Veranstaltungen und Ausstellungen gewährt ein Button, welcher an den Kunststätten für fünf Franken erworben werden kann. Als Bindeglied zwischen den Veranstaltungen dient ein Shuttlebus.

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2 thoughts on “Bombastischer Boulev’art

  1. Claudia Hofmann

    „Als Mittel- und Verbindungspunkt dient der Hauptzoll, welcher auf der Landesgrenze mit einem 25 Meter langen und 2,5 Meter hohen transparenten und gleichzeitig spiegelnden Vorhang versehen wird.“ Schade, dass ihr hier nicht die Künstlerin nennt.

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    1. Emil Keller Beitragsautor

      Die Installation am Hauptzoll trägt den Namen „Wasserfronten“ und wird von der Künstlerin Johanna Nocke aufgehängt.

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