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Wer hat an der Uhr gedreht?

Gesundheit – Der Frühling hält Einzug im Lande! Mit den ersten Frühlingsboten, Vogelgesang und wärmeren Tagen kommt auch die Zeitumstellung. Am Sonntag, den 26. März, ist es wieder einmal so weit. Die Uhr wird um 2 Uhr morgens eine Stunde vorgestellt.

Gute Nacht. (Bild: klz)

Das bedeutet zwar, dass es morgens vorrübergehend wieder dunkler ist, die Abende jedoch  länger hell bleiben. Diese «erzwungene» Umstellung bedeutet aber auch gleichzeitig unnötigen Stress für unseren Körper. Die veränderten Lichtverhältnisse und die fehlenden 60 Minuten Schlaf können unsere innere Uhr ganz schnell aus dem Takt bringen.  Viele Menschen leiden unter diesem veränderten Schlaf-Wach-Rhythmus – sowohl körperlich, als auch psychisch.
Die Melatonin-Ausschüttung, der Blutdruck und auch die Plusfrequenz haben sich am nächsten Morgen noch nicht umgestellt. Sie laufen im Dunkel-Rhythmus. Folglich fühlt man sich häufig müde und schlapp. Die Stunde Schlaf fehlt.

Schlafmangel kann sich rasch auf das Gemüt, die Stimmung aber auch die Verdauung  auswirken. Gegen Abend hin fühlt man sich fit und wach, obwohl es bereits Zeit zum Schlafengehen wäre. Die Folgen der Zeitumstellung ähneln also einem kleinen Mini-Jetlag.

Damit wir die Zeitumstellung gut meistern, gibt es bereits zahlreiche Tipps. Schlafexperte Prof. Dr. med. h.c. Günther W. Amann-Jennson kennt die Problematik des verschobenen Schlaf-Wach-Rhythmus und rät daher zu folgendenTipps:

  • Gehen Sie vor der Zeitumstellung jeden Tag eine Viertelstunde früher ins Bett. Stehen Sie jedoch ungefähr immer zur selben Zeit auf.
  • Wer die Möglichkeit hat, sollte am Tag nach der Zeitumstellung, also am 27. März, morgens einfach eine Stunde länger liegen bleiben. Starten Sie ruhig und  gemütlich in die neue Woche.
  • Verzichten Sie wenn möglich am Abend vor der Zeitumstellung auf helles Licht. Dies inkludiert auch Arbeiten vor dem Bildschirm oder zu langes Fernsehen. (Der Blaulichtanteil wirkt aktivierend).
  • Helles Morgenlicht hilft die innere Uhr leichter zu synchronisieren. Gehen Sie raus in die Natur. Ein Spaziergang sorgt nicht nur für frische Luft, sondern sorgt auch für die nötige Aufnahme von Tageslicht.
  • Vermeiden Sie abends die natürliche Abendhelligkeit. Licht hemmt den Einschlafprozess.
  • Während der Umstellungsphase, insbesondere abends, sollten Sie auf üppige Mahlzeiten und schwere Kost verzichten. Ebenso auf den übermässigen Konsum von Kaffee, koffeinhaltigen Tee und Nikotin.
  • Wer sehr sensibel auf die Zeitumstellung reagiert, sollte auch die ersten Tage auf einen Mittagsschlaf verzichten. Auch wenn man sich müde fühlt. Planen Sie stattdessen lieber genügend Erholungspausen untertags ein. Ihre innere Uhr kann sich dadurch leichter einpendeln und Sie schlafen abends auf jeden Fall besser ein.
  • Generell gilt: raus an die frische Luft und viel Bewegung am Tag. Allerdings sollten Sie abends auf anstrengende sportliche Betätigungen verzichten. Diese wirken aktivierend und Ihr Körper benötigt Zeit um wieder herunter zufahren.
  • Trinken Sie über den Tag verteilt ausreichend Wasser. Achten Sie, dass Sie mind. zwei Liter pro Tag an Flüssigkeit (Wasser oder ungesüsste Tees) zu sich nehmen. Allerdings empfiehlt es sich auch hier abends weniger zu trinken, um etwaigen nächtlichen Toilettengänge vorzubeugen.
  • Natürliche Hausmittelchen wie eine warme Milch mit Honig, Baldrian und Hopfen helfen beim Einschlafen.
  • Nutzen Sie die Zeitumstellung und prüfen Sie einmal Ihre Schlafunterlage und Ihr Kissen. Tragen diese zu einem optimalen und vor allem erholsamen Schlafergebnis bei? Ist Ihr Schlafraum frei von Elektrosmog und Metallen?
  • Sollte sich nach der Umstellungsphase (ca. 14 Tage)  Ihr Körper immer noch nicht an den neuen Schlaf-Wach-Rhythmus gewöhnt haben, empfiehlt es sich einen Arzt oder Therapeuten aufzusuchen.
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2 thoughts on “Wer hat an der Uhr gedreht?

  1. Rainer Faehndrich

    Diese sinnlose Zeitumstellung wurde befohlen und der Wille des Schweizer Volkes missachtet. Die angeblichen Energieeinsparungen traten nie ein. Was blieb sind die Schlafrhythmusstörungen, die dadurch bedingte erhöhte Unfallgefahr, der Stress z.B. für Schichtarbeiter, die Gesundheitsschäden bei Kindern, die zu früh aus den für sie besonders wichtigen Schlaf gerissen werden, das Leid der Kühe, die zu früh gemolken werden, der erhöhte Energieverbrauch und der Schaden für die Volksgesundheit. Da die Sommerzeit somit nichts bringt, nichts nutzt und nur schadet, gehört sie abgeschafft. Aber das darf eben nicht das Schweizer Volk entscheiden, sondern die Technokraten in Brüssel – leider !

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    1. schiesser

      Frage zu dieser „Schadens-Litanei“: Haben Sie Belege für die „erhöhte Unfallgefahr“, die „Gesundheitsschäden bei Kindern“ und den „erhöhten Energieverbrauch“? Oder wollten Sie nur mal Ihren Frust ablassen? Der Energieverbrauch ist – laut allen vorliegenden Untersuchungen – nicht höher als ohne Sommerzeit (man rechnet mit etwa 2 Promille tieferem Verbrauch – also vernachlässigbar). Die Behauptung, der Wille des Schweizer Volkes sei missachtet worden, ist aber falsch. Das Volk hatte zwar 1978 die geplante Wiedereinführung der Sommerzeit (es hatte sie schon 1941/42 gegeben) verworfen, woraufhin rund um die Schweiz Sommerzeit galt, nur in der Schweiz nicht. Als dann 1980 erneut ein Gesetz zur Einführung der Sommerzeit vorgelegt wurde, kamen aber die nötigen Unterschriften für ein Refrendum gar nicht mehr zusammen. Die Sommerzeit wurde also 1981 eingeführt. 1982 startete eine Gruppe (unter Mithilfe von Christof Blocher) eine Volksinitiative gegen die Sommerzeit – diese kam aber mangels Unterschriften nie zustande. „Das Volk“ war also einverstanden, sonst wären Referendum und Initiative wohl zustande gekommen.

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