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IHK Thurgau sagt Nein zum Energiegesetz

Weifelden – Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Thurgau fordert Nachbesserungen bei der Energiestrategie 2050 des Bundes. Das Energiegesetz, über das am 21. Mai abgestimmt wird, lehnt sie ab.

Grosse Solaranlage. (Bild: archiv)

Sämtliche Unternehmen und auch die Privathaushalte sind auf eine sichere und unterbruchsfreie Stromversorgung angewiesen. Für die Unternehmen sind zudem wettbewerbsfähige Preise von hoher Bedeutung. Die Energiestrategie 2050 sieht den Verzicht auf Kernkraftwerke, die Steigerung der Energieeffizienz und die finanzielle Förderung von volatilen neuen erneuerbaren Energiequellen wie Photovoltaik und Windenergie vor. Das neue Gesetz verteuert den Strom für Konsumenten und Unternehmen, ohne dass die Versorgungssicherheit verbessert wird.

Import aus dem Ausland
Photovoltaik und Windenergie liefern bekanntlich nur dann Strom, wenn die Sonne scheint oder der Wind bläst. Vor allem in den sonnen- und windarmen Wintermonaten können sie die Versorgungssicherheit nicht gewährleisten. Das Gesetz gibt keine Antwort darauf, wie sich die Schweiz zukünftig – vor allem im Winter – mit Strom versorgen soll. Stromimporte aus Atom-, Kohle- oder Gaskraftwerken werden unumgänglich sein. Bei günstigen Witterungsbedingungen im Sommer helfen die zusätzlichen Kapazitäten zudem wenig, weil es ohnehin schon Strom im Überfluss gibt.

Mehr Markt
Nach Meinung der IHK Thurgau ist es sinnvoller, die Forschung und Entwicklung sowie die Investitionen in Speichermöglichkeiten zu unterstützen. Bei einer Nachbesserung der Energiestrategie ist weiter auf mehr Markt und eine gute internationale Einbindung zu achten. Wichtige Fragen werden zudem durch den Gesetzgeber nicht beantwortet. Dazu gehört die Frage, ob eine neue Grossanlage mit Bandenergie wie ein Gaskombikraftwerk in der Schweiz nötig ist und wie diese realisiert werden könnte. Unrealistisch sind die Zielvorgaben des Energiegesetzes. So soll bis 2035 der Gesamtenergieverbrauch pro Person um 43 Prozent gesenkt werden, beim Strom sind es 13 Prozent. Die IHK Thurgau geht im Gegensatz dazu von einem Anstieg des Stromverbrauchs aus.

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