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Die Weintrends 2017

Region – Nicht nur in der Mode, sondern auch in der Welt der Weine gibt es Hypes und Trends.

Lecker: Weintrauben. (Bild: MaxPower0815/Flickr.com)

In den vergangenen Jahren haben sich die Schweizer Weine international einen Namen gemacht – unter anderem mit den Sorten Petit Arvine und Bondola. Letzterer gilt auch im Ausland als ausgezeichneter Charakterwein. In diesem Jahr liegen Weissweine aus untypischen Regionen im Trend, ausserdem Bioweine und die Erzeugnisse kleinerer, noch wenig bekannter Winzereien.

Wer definiert die Weintrends?
Fundiertes Basiswissen über Weine kann man sich auf einem Seminar aneignen. Ein einzelner Weinkurs macht einen jedoch nicht gleich zum Experten. Kennerschaft erlangt man vor allem dadurch, dass man möglichst viel probiert, vergleicht und sich mit Gleichgesinnten austauscht. Für die Beurteilung der Qualität eines Weins braucht man eben auch Erfahrung und Geschmack ist letztlich immer subjektiv. Es lässt sich daher kaum exakt vorhersagen, welche Weine gut ankommen werden. Viel hängt von den Konsumenten ab: Ein Wein wird weiterempfohlen, ein Anbieter in den sozialen Netzwerken geteilt – und plötzlich ist eine bestimmte Sorte oder eine bis dato unbekannte Winzerei in aller Munde.

Oft sind es die Weinhändler, die den Geschmack der Konsumenten schulen und deren Weinvorlieben in eine bestimmte Richtung lenken. Beispielsweise, indem sie ihnen bestimmte Weinanbaugebiete und neue Erzeugnisse vorstellen und sie mit Bewertungskriterien vertraut machen. Viele Konsumenten, die auf der Suche nach hochwertigen Weinen sind, orientieren sich nämlich an den Tipps ihres Weinhändlers und vertrauen bei der Entscheidung für eine Weinsorte seiner Fachkenntnis; ambitionierte Weinliebhaber studieren zusätzlich Weinmagazine und -Blogs. Dies hat zur Folge, dass Weinhändler die Trends deutlich prägen – meist hin zu qualitativ hochwertigen und eher hochpreisigen Weinen, denn schliesslich wollen die Händler etwas verdienen.

Sowohl Konsumenten als auch Händler verlassen sich wiederum gerne auf die Beurteilungen bekannter Weinkritiker. So haben in der Schweiz beispielsweise die Bewertungen der Internationalen Weinprämierung Zürich (IWPZ) grosses Gewicht. Aber auch die Medien prägen Trends mit.

Die aktuellen Trends
Bio ist mittlerweile überall angekommen – auch bei den Weinen. Immer mehr Winzer erzeugen nach ökologischen Richtlinien, sie verwenden weniger Pestizide und gentechnisch veränderte Reben. Die produzierten Weine sind dadurch nicht nur weniger belastet, die ökologischen Standards entsprechenden Produktionsmethoden schützen auch die Weinberge sowie die umliegende Flora und Fauna. Zu den besten 30 Bioweinen des Jahres 2016 (hier als PDF einzusehen) zählen unter anderem der Merlot-Cabernet aus Zürichsee, der Pinot Noir Scadena Barrique aus Malans und der Johanniter Grand Cru aus Begnins. Letzterer ist ein vorzüglicher Weisswein, der eindrucksvoll unterstreicht, warum der Trend gegenwärtig hin zu weissen Sorten wie Gamay geht, nachdem in den letzten zwei Jahrzehnten vor allem schwere Rotweine populär waren. Besonders gefragt sind helle Weine aus bekannten Rotweingebieten sowie Trauben aus noch relativ unbekannten Regionen. Kenner schätzen dabei keineswegs nur Erzeugnisse aus den «klassischen» Weinländern Italien, Spanien und Frankreich, sondern auch die teilweise hervorragenden Sorten aus den USA, Chile, Australien und Neuseeland.

Bio-Wein aus Kreuzlingen. (Bild: www.spatzehof.ch)

Auch im Kreuzlinger Seeburgpark wachsen Weintrauben. Die Familie Halter aus Schönholzerswilen keltert daraus Bio-Weine und Traubenbrand – eine kleine, aber feine Produktion, die ihnen im Jahre 2005 den Förderpreis für innovative Winzer von der BioVitis einbrachte.

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