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«Eine eingeschworene Truppe»

Kreuzlingen – Als Kapitän und Trainer hat Marco Bär die 1. Mannschaft von Pallavolo Kreuzlingen in die Nationalliga B geführt. Mit dem Aufstieg konnte der 36-Jährige nun eine Familiendynastie fortsetzen. Im Interview erzählt der ehemalige Profi, was gegenüber dem Amateursport anders ist, und ob sich sein Team in der zweithöchsten Liga behaupten kann.

Marco Bär, Kapitän und Trainer der
1. Herrenmannschaft von Pallavolo Kreuzlingen. (Bild: zvg)

KreuzlingerZeitung: Gratulation zum Aufstieg! Es blieb ja spannend bis zum letzten Spiel. Lediglich ein Satz hat noch gefehlt für den Ligawechsel. Konnte die Mannschaft da noch ruhig spielen?
Marco Bär: Erstaunlicherweise gingen wir hoch konzentriert auf den Platz und sind gut ins Spiel gekommen. Und konnten auch gleich den ersten Satz für uns entscheiden.

War es ein Gerangel um den entscheidenden Punkt?
Nein, nein. Aber es war schon bezeichnend, dass mein Bruder und Pallavolo-Urgestein Adrian Bär den entscheidenden Punkt versenkte.

Das scheint ja eine Familienangelegenheit zu sein. Bei allen drei Aufstiegen in die NLB waren die Bärs beteiligt.
Ja, mein Vater, welcher den Club mit aufgebaut hat, schaffte es in den 90ern erstmals. Auf ihn folgte mein Bruder und jetzt habe auch ich es in die zweithöchste Liga mit Kreuzlingen geschafft.

Woher kommt diese Begeisterung für den Sport?
Irgendwie haben wir die Freude am Volleyball wohl durch die Muttermilch aufgenommen. Auch heute noch ist die ganze Familie im Verein aktiv. Es ist schon schön, ein gemeinsames Hobby zu haben.

Sie haben als Profi lange in der Nationalliga A gespielt und sind mit Volley Amriswil Meister geworden. Was ist der Unterschied zur jetzigen Amateur-Mannschaft?
Die Stimmung ist nicht so verbissen. Als Profisportler ist es ja der Lebensinhalt zu gewinnen. Man lebt quasi in einer Zweckgemeinschaft zusammen. In Kreuzlingen sind wir viel eher eine eingeschworene Truppe, die auch sonst gerne Zeit miteinander verbringt. Wir sind ambitioniert, aber es ist kein Weltuntergang, wenn mal ein Fehler passiert.

Einen Vorgeschmack auf die kommende Saison haben die Pallavolos schon bekommen. Im Cup habt ihr das Viertelfinal erreicht und dabei auch NLB Mannschaften rausgeworfen.
Der Niveauunterschied ist nicht allzu gross. Technisch können wir da mithalten, jedoch sind die Spieler physisch stärker. Sie springen höher und schlagen härter.

Was wird die grösste Herausforderung in der nächsten Saison?
Die Konstanz zu wahren. Zwar können wir unsere Momente haben und einen Tabellenführer besiegen. Das bringt aber nichts, wenn man dafür mehrmals gegen vermeintlich schlechtere Mannschaften verliert und dann aus der Liga absteigt.

Was macht die Pallavolos aus gegenüber anderen Mannschaften?
Wir sind eine Art Familie. Fünf von uns haben 1996 bei den Pallavolo Junioren schon angefangen zu spielen und tun dies 20 Jahre später immer noch. Gleichzeitig haben wir aber auch viele junge Spieler dabei. Diese Mischung aus den jungen wilden und den alten Erfahrenen machts aus.

Sind sind gleichzeitig Spieler, Kapitän und Trainer. Fällt es da nicht schwer, während einem Spiel die Distanz zu wahren?
Nein, ich denke, auf unserem Level funktioniert das noch gut. Die Spieler kennen ja auch meinen Hintergrund, da werde ich vielleicht noch eher ernst genommen.

Jetzt mal aus der Sicht des Trainers, was hat den Aufstieg diese Saison ermöglicht?
Jeder hat genau das gemacht, wofür er eingeteilt wurde. Und niemand hat gemurrt, dass er mal mehr als sonst auf der Bank hocken musste. Wenn dann aber der Moment für einen Einsatz kam, hat jeder seine Leistung abgeliefert!

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