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Frischer Förster und erhaltenswerte Eiche

Kreuzlingen – An der Jahresversammlung der Bürgergemeinde Kreuzlingen präsentierte sich der neue Revierförster Tobias Fischer sowie ein Vorstand, dem der Schutz der Eiche am Herzen liegt.

Tobias Fischer, der neue Revierförster und Betriebsleiter von Pro Forst. (BIld: ek)

«Braucht es die Bürgergemeinde Kreuzlingen überhaupt noch», fragte Präsident Urs Neuweiler eingangs der Jahresversammlung der Bürgergemeinde Kreuzlingen. Während des Abends mit 36 anwesenden Bürgern zeigte sich, dass Aufgaben in  naher und ferner Zukunft noch reichlich vorhanden sind.

1080 Hektaren Wald werden im 1999 gegründeten Doppelrevier verwaltet, wovon 39 Prozent für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Diese gut erschlossenen Wälder werden von Spaziergängern, Vita-ParcourLäufern oder für Anlässe im Grünen rege genutzt. «Leider wird der Bürgerwald auch immer wieder als illegale Abfalldeponie missbraucht», stellte Neuweiler fest und ermahnte, dass auch Grüngut und Gartenabfälle sich schädlich auf die Flora auswirken können.

Insgesamt wurden 760 Stunden im Bürgerwald gearbeitet. Ein geplanter Verjüngungsschlag im Schalchenmoos in dem vorwiegend Eschen stehen wurde vom Forstamt abgelehnt mit der Begründung, da sonst zuviele Verjüngungsflächen entstehen. Die Eschenwelke bereitet jedoch weiterhin Sorge und entlang der Strassen müssen in Zukunft mehr kranke Bäume geschlagen werden aufgrund der Gefährdung des öffentlichen Verkehrs. Im Gebiet Rütene wurden 600 m3 abgeholzt und damit Platz geschaffen für 4000 Stieleichen und 600 Traubeneichen. Gerade auf die Eichenbestände im 125 Hektaren grossen Sonderwaldreservat ist der Vorstand stolz und plant, den Eichenanteil von 20 Prozent zu erhalten. «Die Eiche ist ein ökologisch sehr wertvoller Baum», führte Ruedi Wolfender im Namen von Pro Forst aus und zeigte auf, wo noch weitere Möglichkeiten zum Schutz der Borkenrinde bestehen. Für diese Bestrebungen wurde  die Bürgergemeinde 2016 mit dem Förderpreis «Eiche 2200» ausgezeichnet, welcher mit 30’000 Franken dotiert ist. Die Preisübergabe findet im Rahmen eines Waldtages am Samstag, 6. Mai, in der Wildsauenhütte statt.

Finanziell kann sich die Gemeinde den Erhalt der weniger ertragreichen Eiche leisten. Mit einem Gewinn von 883 Franken konnte ausgeglichen gewirtschaftet werden. Auch die Betriebsgemeinschaft Pro Forst, welche für die Bürgergemeinde den Wald bestellt, wirtschaftete gut. So erfolgreich, dass im kommenden Jahr ein Gewinnbeitrag von 11’000 Franken zurück an die Bürgergemeinde fliesst. Einzig bei der Wildsauenhütte kamen wegen eines umgestürzten Baums ungeplante Kosten hinzu, woraus ein Verlust von 1922 Franken resultierte. Die Belegungszahlen sind jedoch stabil und für das kommende Jahr wird wieder mit einem Gewinn von 10’000 Franken gerechnet.

Neuer Förster im Revier
Nach dem plötzlichen Tod des Revierförsters Daniel Geiger im August 2014 wurde bei Pro Forst die vergangenen zwei Jahre mit einer Übergangslösung gearbeitet. Mit der Verpflichtung von Tobias Fischer als Revierförster und Betriebsleiter von Pro Forst, kehrt nun wieder Normalität ein. Zum Schluss stellten Präsident Urs Neuweiler und Vize-Präsident Willi Studer ihren Rücktritt in zwei Jahren in Aussicht. «In den 18 Jahren im Vorstand bin ich nicht dümmer geworden», forderte Neuweiler die Kreuzlinger Bürger auf, sich für die Ämter zu bewerben.

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