/// Rubrik: Kultur | Topaktuell

«Der Gondoliere der Berge»

Am Donnerstag, 4. Mai, 20 Uhr spricht der Kolumnist Pedro Lenz im Bodmanhaus in Gottlieben. Die Moderation übernimmt Kathrin Zellweger.

Pedro Lenz. (Bild: Daniel Rihs)

Seine liebevoll porträtierten Objekte des Interesses sind ein Staplerfahrer, der mit der Anordnung des Vorgesetzten betreffend Zusammenlegung zweier Paletten-Sammelstellen hadert, ein cholerischer Besitzer einer Abbruch-Baufirma mit einem Herz für entlassene Strafgefangene, ein Herrenbekleidungsverkäufer, der dem Kunden unbewusste Wünsche von dessen Lippen abliest, oder ein Garderobier in einem Nachtclub, dessen beengte Wirkungsstätte buchstäblich etliche « arbeitstechnische Haken» aufweist. Seine Menschen tragen Zipfelmütze und Faserpelzjacke statt Strohhut und T-Shirt. Es sind Nachtportiers, Nagelsammler, Minibar-Piloten, Museumswärter, Tunnelbauer, Taxifahrer, Kassiererinnen, Ehrenmitglieder, Brieföffner, Strandarbeiter, Handlanger und Buchhändlerinnen. Pedro Lenz lenkt seinen und unseren Blick auf deren Arbeit, auf das, was wir oft kaum wahrnehmen.

Die Kolumnen, entstanden zwischen 2208 und 2015, erschienen unter dem Titel ‚Arbeitskraft‘ im Stellenbund «NZZ Executive», der jedes Wochenende der «Neuen Zürcher Zeitung» und der «NZZ am Sonntag» beigelegt wird. Es sind vielfältige Einblicke in eine Arbeitswelt, in der der Schein zuweilen trügt. In der titelgebenden Geschichte verabschiedet sich ein Luftseilbahn-Gondelführer, der äusserlich das Prachtexemplar eines Berglers abgibt, am Ende der Fahrt mit bühnenreifem Hochdeutsch und enthüllt damit seine Flachland-Herkunft.

In der Diskussion wird es auch darum gehen, was eine Kolumne ausmacht, warum wir sie in unseren Lieblingsmedien immer oder nie lesen, ob sie meinungsbildend sind oder sein sollen oder Meinungsbeiträge sind.

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