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Millionen für die Zukunft

Kreuzlingen – Trotz Steuersenkung und weniger Einnahmen verbuchen die Primar- und Sekundarschulbehörden auch 2016 einen Gewinn. Dieser ist vor allem auf die Auflösung von Verbindlichkeiten gegenüber dem Kanton zurückzuführen. Aber auch bei Lohnkosten, Sachmitteln und Baukosten konnte gespart werden.

Schulpräsident René Zweifel und Finanzchefin Susanne Burgmer blicken auf ein erfreuliches Rechnungsjahr für die Schulgemeinden zurück. (Bild: ek)

«Die Rechnung ist sehr erfreulich ausgefallen», zieht Susanne Burgmer, Leiterin Finanzen, Bilanz über das vergangene Jahr. Operativ konnte die Primarschule ein Plus von 345’000 Franken verzeichnen, die Sekundarschule erwirtschaftete 333’000 Franken Gewinn. In beiden Schulgemeinden hatte man mit einer schwarzen Null budgetiert, und obwohl die Steuerkraft nachgelassen hat, gab es in beiden Fällen eine positive Abweichung. Besonders bei den Personalkosten musste weniger ausgegeben werden, bei der Primarschule ganze 500’000 Franken. «Pensionierungen haben zu einer Senkung des Durchschnittsalters und damit auch zu tieferen Besoldungseinreihungen geführt», erklärt Schulpräsident René Zweifel. Einsparungen beim baulichen Unterhalt und nicht benötigte Planungshonorare führten zu Einsparungen von 353’000 Franken bei der Primarschule. Bei der Sekundarschule summierten sich beim Sachaufwand rund 500’000 Franken an Einsparungen durch tiefere Kopierkosten, Heizölpreise und Planungshonorare auf. Zu Buche schlugen dafür die Kosten für den im vergangenen Jahr lancierten Hortbetrieb. Die Stadt Kreuzlingen sowie die Beiträge der Eltern decken die Kosten von 391’000 Franken jedoch.

Zuverlässig zahlen lohnt sich
Ein einmaliger positiver Buchungseffekt verschaffte den Schulgemeinden dennoch einen ausserordentlichen Ertrag von 1,4 Millionen Franken bei der Primar- und zwei Millionen bei der Sekundarschule. Der Regierungsrat hatte im September entschieden, dass Schulgemeinden, welche ihrer Zahlungspflicht im Finanzausgleich seit Anfang an immer nachgekommen sind, dafür keine Rückstellungen mehr machen müssen. Dadurch sind Millionenbeträge wieder zur Verwendung frei geworden.

Die Ausgleichszahlungen an finanzschwächere Schulgemeinden bleibt dennoch ein Thema: «Jährlich geben wir rund acht Millionen Franken ab – Tendenz steigend», sagt Schulpräsident Zweifel. Obwohl er klar hinter dem Solidaritätsgedanken steht, hat sich gezeigt, dass die Berechnungsmethode aus den Fugen geraten ist. Nach den aktuellen Parametern zahlt der Kanton immer weniger, den Mammutanteil an die 80 Millionen Franken übernehmen mittlerweile die finanzstarken Schulgemeinden. «Geht es so weiter, zahlt der Kanton 2020 gar nichts mehr», rechnet Burgmer vor. Deshalb macht sie sich zurzeit in einer Arbeitsgruppe stark für einen fairen Schlüssel, welcher 2019 in Kraft treten soll.

15 Prozent mehr Schüler
Der ausserordentliche Gewinn soll in der Buchhaltung gleich wieder fest verankert werden. «Aufgrund der aktuellen Geburtenzahlen kommen in den nächsten vier Jahren 189 potenzielle Schulkinder auf uns zu, was einem Zuwachs von 15 Prozent entspricht», sagt Zweifel. Die Kommission «Schulraumplanung» entwickelt zurzeit eine Strategie, wie der nötige Platz dafür geschaffen werden kann. Klar ist, dass die Schulanlage Seetal und der Hort Tannegg erweitert werden müssen. Eine Million soll deshalb in die Vorfinanzierung fliessen, die restlichen 465’000 Franken vom Gewinn der Primarschule fliessen ins Eigenkapital.

Dieser Schülerzuwachs wird sich auch in der Sekundarschule bemerkbar machen, zuerst steht jedoch noch die Sanierung des Thermalbads Egelsee an. Dafür möchte die Schulgemeinde 1,5 Mio. Franken zur Seite legen, die restlichen 529’000 Franken gehen ins Eigenkapital.

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