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Neue App für Bodensee-Urlauber

Region – Wie ist der derzeitige Wasserstand? Wie warm ist das Seewasser? Wie tief ist der Bodensee an meiner aktuellen Position? Antworten auf diese Fragen bietet die neu entwickelte Bodensee-Web-App von der Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB).

Seit Jahren messen die Wasserwirtschaftsverwaltungen rund um den See alle relevanten Daten zum Bodensee. So wird an den Pegeln Bregenz, Lindau, Friedrichshafen, Konstanz und Romanshorn laufend der Wasserstand gemessen. Aktuelle Messwerte der Wassertemperatur liegen von Bregenz und Lindau vor. Für den gesamten Bodensee gibt es berechnete Temperaturwerte, die auf der Grundlage meteorologischer Prognosedaten mit dem Modell BodenseeOnline ermittelt werden.

Im Jahr 2015 wurde von der Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB) das Projekt «Tiefenschärfe – hochauflösende Vermessung des Bodensees» abgeschlossen. Damit ist ein sehr präzises Geländemodell des Seebodens vorhanden und auch im Internet zugänglich.

Hier get’s zur App. (Bild: zvg)

Temperatur, Pegelwerte und Wassertiefe
Diese Werte wurden nun als Grundlage für die neue benutzerfreundliche Web-App «Bodensee aktuell» verwendet. So können Anwohner, Gäste oder Wassersportler für jeden Punkt auf dem gesamten See die Tiefenangabe per Klick erfahren – online vom Smartphone aus. Die aktuell gemessenen und berechneten Werte der Wassertemperatur rund um den See können abgerufen werden. Ebenso erhält der Nutzer die Pegelstände der wichtigen Stationen Bregenz, Lindau, Konstanz und Romanshorn. Die jeweiligen Ortschaften am Bodensee können als Favoriten direkt auf die Startseite der App abgelegt werden.

Eingebettet sind die ganzen Anwendungen in eine Web-App, die unter https://m.igkb.org aufgerufen werden kann. Die Web-App ist auf allen gängigen Browsern lauffähig und kann auch direkt in den Startbildschirm des Handys eingebunden werden.

Baden im Bodensee – das reinste Vergnügen. (Bild: sb)

Der Bodensee – fit für die Zukunft
Bei der Jahrestagung der IGKB haben die Experten auch über den aktuellen Seezustand informiert. Aufgrund der warmen Winterung fand auch 2016 – wie schon in den Jahren davor – keine vollständige Durchmischung der tiefen Seezonen statt. Damit ist die Zufuhr von Sauerstoff in der Tiefe nur unzureichend. So weist das herbstliche Sauerstoffminimum im Tiefenwasser von rund 5 mg/l im vergangenen Jahr 2016 den niedrigsten Wert seit mehr als 20 Jahren auf. Der aktuelle Jahresmittelwert des Phosphors für 2016 liegt bei rund 8 mg/m³ und damit etwas über dem Wert von 2015. «Es ist wesentlich, dass die Belastung mit Phosphor und anderen über Abwasser in den See eingetragenen Stoffe weiterhin möglichst gering gehalten wird. Denn durch erhöhte Phosphorwerte würde sich die Sauerstoffversorgung des Tiefenwassers weiter verschlechtern. Eine gute Wasserqualität macht den See also fit für die Zukunft», betont der Vorsitzende der IGKB, Dr. Elmar Zech. Aufgrund des Klimawandels rechnen die Experten nämlich zukünftig noch häufiger mit warmen Wintermonaten. Um Veränderungen im See frühzeitig zu erkennen, engagiert sich die IGKB weiterhin für die Beobachtung und Erforschung des Sees. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen immer auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden – wie nun zum Beispiel auch mittels der IGKB-Web-App.

Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB)
Seit 1959 arbeiten rund um den Bodensee Baden-Württemberg, Bayern, die Schweiz und Österreich in der Internationalen Gewässerschutzkom-mission für den Bodensee IGKB zusammen. Wichtigstes Ziel ist die Reinhaltung des Sees, die laufende Überwachung und die nachhaltige Entwicklung der vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt.

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