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Reliquienkreuz kehrt zurück

Kreuzlingen – Zwei Kirchbürger haben es mit Unterstützung von Pfarrer Jehle, zwei Bischöfen und dem Kreuzlinger Stadtpräsidenten geschafft: Das 460 Jahre alte silberne Reliquienkreuz der Basilika St. Ulrich kommt an seinen angestammten Platz zurück.

Ein Abbild des Silbernen Kreuzes für die Kreuzreliquie. Es entstand 1557. Bald wird es wieder in Kreuzlingen zu sehen sein. (Bild: zvg)

Das Kreuz wurde einst vom Konstanzer Silberschmied Remigius Mayer im Auftrag von Abt Georg Tschudi gefertigt. Im Kreuz war eine Reliquie eingefasst: ein Splitter vom Kreuz Christi, das «Cruzelin». Zusammen bildeten die beiden Gegenstände eine Einheit, von der unsere Stadt ihren Namen hat. Nachdem der Kanton das silberne Kreuz während der Säkularisierung 1848 versteigerte, erwarb es der Vatikan. Das dortige «Museo Cristiano» stellte es aus, während die Kreuzlinger Kirchgemeinde ein neues, schlichteres Kreuz für die Reliquie angefertigen liess, um diese vorne am Hochaltar zu zeigen.

Nun kehrt das Original wieder in die Basilika zurück. Am 2. Juli wird es mit einem feierlichen Gottesdienst vorgestellt. In die Wege geleitet haben dies Jules Brenneis und Georg Strasser. Sie fuhren im September 2015 nach Rom und suchten das Kreuz in den Vatikanischen Museen. «Es ist anhand seiner aussergewöhnlichen Plakette eindeutig zu identifizieren», erklärt der ehemalige Sek-Lehrer Brenneis, «es muss einfach in seine angestammte Heimat zurück.» Er hofft, der Vatikan wird die einmalige Leihgabe in eine dauerhafte ausdehnen, «wenn möglich bis zum 100-jährigen Jubiläum des Zusammenschlusses der drei Dörfer.» Das wäre im Jahre 2028.

«Historische Bedeutung» für Kreuzlingen und die Region
Brenneis betont, dass der Erfolg dieses «Projekts von historischer Bedeutung» zu einem grossen Teil den guten Beziehungen von Pfarrer Alois Jehle im Vatikan zu verdanken ist. Jehle war dort lange Jahre Kirchenjurist und Kaplan der Schweizer Garde, bevor er nach St. Ulrich kam.

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