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Einigkeit bei den Katholiken

Kreuzlingen – Am Montagabend wählte die katholische Kirchgemeinde ihren neuen Präsidenten. Die Versammlung genehmigte alle Traktanden einstimmig oder ohne Gegenstimme. Kirchenglocken waren gleich zwei Mal Thema.

Nach der Rücktrittsankündigung von Thomas Gisler hatte die Dialoggruppe Kreuzlingen mit Beat Krähenmann einen erfahrenen Mann aufgestellt. Der Finanzfachmann aus Lengwil erhielt an der Versammlung im Ulrichshaus 105 von 143 Stimmen. Weitere Kandidaten gab es nicht, dennoch schrieben sechs Anwesende Georg Strasser und 24 Martin Beck auf ihre Stimmzettel. Die negativen Schlagzeilen und die Unruhe in der Gemeinde hätten ihm wehgetan, begründete Krähenmann seine Kandidatur. Er sei nach wie vor stark mit der Gemeinde verbunden. «Als die Dialoggruppe mich anfragte, sagte ich deswegen ja – auch wenn ich nicht mit all ihren Zielen einverstanden bin», so Krähenmann. Als seine Ziele definierte er, die Bildung des Pastoralraums voranzutreiben, das Projekt Bernrain zu Ende zu führen und: «Risse zu kitten». «Das kann ich nicht alleine, da müsst ihr alle zu beitragen, müsst beweglich sein», richtete der 57-Jährige sein Wort an die 143 Gemeindemitglieder und seine zukünftigen Mitarbeiter gleichermassen. Es sei an der Zeit, wieder aufeinander zuzugehen. Krähenmann: «Wenn ihr mir euer Vertrauen schenkt, dann werde ich diese Beweglichkeit einfordern.»

Mit ihm kann man reden
Das eindeutige Ergebnis wertete Beat Krähenmann als Motivation und versprach, für alle Anliegen ein offenes Ohr zu haben: «Sofort nach den Ferien könnt ihr Termine bei mir abmachen.»

Die Rechnung der katholischen Kirchgemeinde schliesst mit rund 40’000 Franken Gewinn. Kirchenpfleger Simon Tobler präsentierte diese ausführlich. Rund 370’000 Franken weniger Steuereinnahmen als erwartet flossen in die Kasse. Dieser Posten sei schwer vorherzusagen, da er sich beim Erstellen des Budgets auf die Zahlen der Stadt verlassen müsse, erklärte Tobler. Mehreinnahmen gab es unter anderem durch Auswärtige, die sich auf dem Friedhof St. Ulrich bestatten lassen wollen oder weil beide Pfarreien weniger Anlässe durchführten, als sie es gemäss Budget hätten tun können. 10’000 Franken vom Gewinn spendet die Gemeinde für die Umgestaltung der Kirche in Strumica, Mazedonien – dem Heimatsort von Pastoralassistent Ivan Traijkov. Die Gläubigen wollen das Geld für neue Kirchenglocken verwenden.

Kirchenglocken waren auch das Thema einer Information durch den Anwalt der Gemeinde. Diese betraf die hängigen Lärmklagen von mittlerweile vier Personen gegen das Glockengeläut von St. Stefan und St. Ulrich sowie der evangelischen Stadtkirche (wir berichteten). Ende Juni sitzt die Kirchgemeinde mit den Klägern an einen Tisch, um die bisher getätigten Massnahmen zu analysieren. Grundlage des Zwists ist die Lärmschutzverordnung aus dem Jahr 1986. Ziel sei es aber, einen Rechtsstreit zu vermeiden, erklärte der Jurist. Um den Klägern entgegenzukommen, wäre es sogar denkbar, mit baulichen die Lautstärke zu verringern.
Die Versammlung sprach im Anschluss 570’000 Franken, um den Kirchenplatz und den Parkplatz an der Kirche St. Stefan neu zu gestalten. Während beim Parkplatz die Funktion im Vordergrund steht, soll der Kirchenplatz einen Zementuntergund bekommen. «Dadurch wirkt der Platz hell und freundlich und ist gleichzeitig belastbar, langlebig und leicht zu reinigen», erklärte Roman Surber von der Kirchenbehörde. Für Reinigungs- und Retouchierarbeiten im Inneren der Kirche genehmigten die Stimmberechtigten 40’000 Franken.

Der abtretende Präsident Thomas Gisler leitet am Montagabend seine letzte Versammlung. Pfarrer Josef Gander verabschiedet ihn. «Es waren sicher keine einfachen sechs Jahre», rekapitulierte er und richtete Kritik an die Presse. «Probleme werden heute schnell personalisiert. Du wurdest dabei mehrfach unfair angegriffen.» Mit einem Communiqué würdigte die Vorsteherschaft seine Verdienste, zu denen unter anderem die Sicherung der freien Sicht auf die Basilika im Zuge des Stadthaus-Projekts oder die Renovation des Kirchenmuseums zählen (Mitteilung online auf www-kreuzlinger-zeitung.ch). Die Versammlung bedachte Gisler mit lang anhaltendem und lauten Applaus. «Ich danke allen für Mitdenken und Mitdiskutieren», schloss Gisler die Versammlung. «Es hat sich viel bewegt in den vergangenen Jahren.»

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