/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

«Ich stand immer auf der Seite der Jugend»

Kreuzlingen – Hellmuth Meier-Schellenberg ist anfang Juni im Alter von 89 Jahren verstorben. Der ehemalige Stadtrat hat das Kreuzlinger Stadtbild sowie auch die Kulturlandschaft geprägt. (Ein Nachruf von Dorena Raggenbass, Stadträtin Kreuzlingen und René Messmer, Ehrendirigent der Jugendmusik Kreuzlingen)

Hellmut Meier-Schellenberger, ehemaliger Stadtrat und Präsident der Jugendmusik Kreuzlingen. (Bild: zvg)

Hellmuth Meier wuchs in Wettingen auf und fand, beruflich bedingt, nach einem Zwischenhalt in Schaffhausen seine neue Heimat in Kreuzlingen. Dort hatte er seine musikalischen, beruflichen und baulichen Spuren hinterlassen. Er verstarb kurz vor seinem 90. Geburtstag am 3. Juni im Kreise seiner Familie.

Hellmuth Meier bekannte sich oft: «Ich stand immer auf der Seite der Jugend». Der ehemalige Hauptlehrer an den Gewerbeschulen Kreuzlingen und Steckborn wurde 1978 nach Weinfelden ans BBZ berufen und amtete bis zu seiner Pensionierung als Prorektor. Er war eine grosse Kreuzlinger Persönlichkeit, welche die Stadt in seiner Wirkungszeit massgeblich mitprägte. Von 1967 bis 1971 amtete er als Vertreter der EVP im Gemeinderat, arbeitete in der Kommission Technische Werke mit und präsidierte diese drei Jahre lang. Im Jahr 1971 wurde er in den Stadtrat gewählt und gehörte diesem bis 1983 an. Ein Jahr lang leitete er das Departement Gesundheitswesen. Ab 1972 bis 1983 war er Chef im Departement Bauwesen Hochbau und Stellvertreter der Technischen Werke.

Er gehörte unter anderem den Kommissionen Flur- und Marktwesen, Personal, Jugendherberge und Zivilschutz an und präsidierte den Bauausschuss Seeburg, Werkhof, Hotel Löwen und die Kommission für den sozialen Wohnungsbau. In der Baukommission des Bootshafens Seegarten, als Delegierter in den Zweckverbänden Kehricht Müllheim und der Wasserversorgung der Region Kreuzlingen konnte er seine Ideen und grosse Erfahrung einbringen.

Nachhaltig sind die heute noch sichtbaren Anlagen und Bauten, die wie selbstverständlich zu Kreuzlingen gehören. Einige dieser Bauwerke prägen das Stadt- und Landschaftsbild. Beispiele sind die Fontäne beim Fischerhaus, der Bootshafen Seegarten, das Schloss Seeburg, die Jugendherberge und das Haus am Gemeindeplatz 1, die Heimat der Jugendmusik Kreuzlingen. Die Liste seiner Leistungen ist lang und sein vielseitiges Talent war gross.

Seine liebste Freizeitbeschäftigung indes war das Jugendmusikwesen. 32 Jahre lang war Hellmuth Meier umtriebiger Präsident der Jugendmusik Kreuzlingen. Er selbst bezeichnete diesen Verein als eine Art Lebenswerk von ihm. Unter seiner Ägide wurden das Gemeindehaus Egelshofen 1983/84 für 1,2 Millionen Franken komplett renoviert und als Vereinshaus für das beste Jugendblasorchester der Schweiz sowie als Domizil für die Jugendmusikschule Kreuzlingen ausgebaut. Zwei Neuuniformierungen, zahlreiche Auslandreisen, Fahnenweihe, prominente Auftritte beispielsweise in der Royal Festival Hall in London oder der Schweizer Expo und eine komplette Neuinstrumentierung waren nur einige der zahlreichen Marksteine in Hellmuth Meiers Präsidialzeit. 1984 wurde der Verstorbene in Genf in den Zentralvorstand des Eidgenössischen Jugendmusikverbandes gewählt und bekleidete dort das Amt des Vize-Präsidenten. Der Ehrenpräsident der Jugendmusik Kreuzlingen erhielt 2003 auch die Schweizerische Ehrenurkunde.

Der Stadtrat und die Jugendmusik von Kreuzlingen bedanken sich herzlichst bei Hellmuth Meier für seine immensen Verdienste. Ebenso gebührt ein grosses Dankeschön seiner Frau und seiner Familie für den Rückhalt, den sie ihm in all den vielen Arbeitsjahren gegeben haben. Wir wünschen ihnen viel Kraft und «Musik», die erinnert und den Abschied erleichtert.

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