/// Rubrik: Stadtleben

Ein Feriendorf mit Ausstrahlung

Kreuzlingen – Die Reka möchte in Kreuzlingen ein neues Feriendorf errichten. Für die Stadt passt dies perfekt in ihre Pläne, aus dem Seezelg ein grosses Freizeitareal zu gestalten. Unterstützt wir das Projekt dabei von Bund, Kanton und Landbesitzer.

Unterzeichneten die Absichtserklärung (v.l.): Daniel Wessner, Walter Schönholzer, Andreas Netzle, Fabian Munz, Ernst Zülle, Roger Seifritz (sitzend). (Bild: ek)

Nach vielen Gesprächen, Machbarkeitsstudien und Workshops haben die Schweizer Reisekasse sowie Vertreter der Stadt und des Kantons eine Absichtserklärung unterzeichnet, in Kreuzlingen das 13. Reka-Dorf der Schweiz zu erstellen. Als Standort war auch Altnau in Betracht gezogen worden, «die direkte Lage am See hat schlussendlich den Ausschlag für Kreuzlingen gegeben», sagte Roger Seifritz, Direktor der Reka, anlässlich der Unterzeichnung der Absichtserklärung.

Denn zu stehen kommen soll das Feriendorf, welches unter dem Oberthema «Wasser» läuft, in der Nähe des Schwimmbads Hörnli. «Aus dem Seezelg ein Areal für Freizeit und Erholung zu machen, ist schon lange in den Köpfen», zeigte Stadtrat Ernst Zülle anhand des Gestaltungsplans aus dem Jahr 2002 auf. Als Direktor Seifritz 2013 mit der Idee anklopfte, ein Reka-Dorf in Kreuzlingen zu erstellen, sei das «ein Glücksfall» gewesen. Seither haben Stadtverwaltung und Kanton tatkräftig mitgeholfen, den Weg für das Projekt zu ebnen. «Aus einer Vision wird nun Realität», unterstrich Stadtpräsident Andreas Netzle diese Bestrebungen.

Damit sich die 6000 Quadratmeter grosse Ferienanlage mit mindestens 50 Wohungen gebührend ausbreiten kann, wird der Gestaltungsplan derzeit überarbeitet und den aktuellen Gegebenheiten und Wünschen angepasst. «Damit können wir auch gleich die Grundlage für die geplante Tennishalle, Fussballfelder und Parkplatzbewirtschaftung schaffen», so Zülle. Im März 2018 soll dieser dem Gemeinderat vorgelegt werden. Läuft alles nach Plan, könnte 2020 Baubeginn sein.

Das Gebäude flach halten

Ein erstes Modell des Reka-Dorfs. (BIld: sb)

«Für uns ist schon lange klar, dass wir in diesem sensiblen Areal ein nachhaltiges Projekt realisieren wollen», sagte Fabian Munz, Geschäftsführer und Inhaber der Untere Mühle Bottighofen AG (UMB). Theoretisch wären 50 Meter lange und 18 Meter hohe Bauten in der Zone erlaubt. Um die Uferlandschaft zu erhalten, wird nun ein 100 Meter langes, dafür aber maximal drei Geschoss hohes Gebäude angestrebt, für das es eine spezielle Bewilligung seitens der Stadt braucht. Die UMB AG wird das Dorf als Rohbau erstellen und samt Land der gemeinnützigen Reka zu einem moderaten Preis verpachten. 20 Millionen Franken sind für den Bau vorgesehen, weitere fünf Millionen Franken könnte die Erschliessung und Gestaltung des Seeufers kosten. Bund und Kanton stellen im Rahmen der «Neuen Regionalpolitik» ihre Unterstützung mit einem zinsfreien Darlehen bereits in Aussicht.

«Das ist ein Freudentag für den Thurgau», freute sich Regierungsrat Walter Schönholzer über die mit dem Feriendorf einhergehende touristische Strahlkraft. Anfangs erwartet die Reisekasse 35000 Übernachtungen pro Jahr, welche sich über die Zeit auf 50’000 erhöhen sollen. Ein enormer Zuwachs zu den derzeitigen 418’000 jährlichen Übernachtungen im ganzen Kanton. «Das ist eine grosse Chance, den Bodensee als Reiseziel zu etablieren», so Schönholzer. Hinzu komme eine Wertschöpfung für das Gewerbe der Region. Die Feriengäste, welche meist Familien sind, geben durchschnittlich 90 Franken pro Person und Übernachtung aus. Zudem sollen zwölf Vollzeitstellen entstehen. «Wir sind überzeugt, dass das Reka-Dorf einen positiven Effekt auf die Region haben wird», erklärte Daniel Wessner, Leiter des Amts für Wirtschaft und Arbeit. Das Konzept der Reka-Dörfer würde perfekt zum Thurgau passen. Auf Familien zugeschnitten, sei der Thurgau mit seiner Natur, Landschaft sowie Velo- und Wanderwegen wie geschaffen für die Zielgruppe der Reka. Die gemeinnützige Genossenschaft will mit ihren voll ausgestatten Ferienwohnungen samt Küche auch finanziell schwächeren Gruppen Urlaub ermöglichen. Die Gäste würden dabei hauptsächlich aus der Schweiz kommen. Die Reka verzichtet bewusst darauf, eine eigene Gastronomie anzubieten, um die hiesigen Angebote zu stärken.

Zwischen Feriensiedlung und See soll aus dem heutigen Getreidefeld ein Themenpark entstehen. Aber nicht Achterbahnen, sondern die Natur soll als Attraktion dienen. Geplant ist, die Baumgruppe zum See zu lichten sowie landeinwärts Bäume und einheimische Pflanzen zu setzen. Ein WC und ein Steg könnten das Ufer attraktiver für Badegäste machen. Gleichzeitig sollen die Eingriffe die Umgebung ökologisch aufwerten. «Das Ufer bleibt öffentlich zugänglich», versicherte Stadtpräsident Netzle.

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2 thoughts on “Ein Feriendorf mit Ausstrahlung

  1. Denis Colucci

    Blöde frage: Kommt das zur abstimmung vor das kreuzlinger volk? 20 + 5 Mio., na ja ….. Und was macht das reka dorf im winter? Ins egelsee baden gehen? Frau maria klein hat gar nicht so unrecht mit ihrer befürchtung ….. Ein neues dorf ist immer gut …. Es wäre auch mal schön ein paar miliönchen für das gastro gewerbe oder Stadkern mit den Läden springen zu lassen oder nicht? Und ich red nicht von der stützli pizza! Die idee mit dem reka dorf finde ich eigentlich gar nicht so schlecht. Vielleicht „verirrt“ sich mal ein Tourist auf den Boulevard. Ach ja, das sind die einkommensschwache …… So wie es in den Medien steht. Nein, jetzt im ernst. Die idee ist ok, wenn alle was vom Kuchen abkriegen.

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  2. Denis Colucci

    Stadthus xx Mio., Egelseebad xx Mio., Romanshornerstros xx Mio., PH xx Mio, Fischerhus Camping xx Mio. (bereits erstellt), Reka Dorf xx Mio., Parkhus Hafe xx Mio. u.v.w. anderi no nöt offizielle Projekt, alles baulaschtige Projekte! Jo, irgendwenn chunt au e monetäri Rückmeldig Richtig Dorf bzw. Stadtkern, die sogenannti Hauptstrasse mit ihri Studente- Deals ……….. Do nützet ali Projekt, wie de Workshop „Belebig Boulevard“ nünt. Gits da überhaupt no? Scho lang nünt me ghört oder uf Bern go händele! Aber es Kompliment mun i scho no mache ad Organisatore vo de Stadt für de Gartetag, Chüzlingerfäscht u.w. Da git en Zustumpf fürs überlebe uf de Hauptstross! Irgendwann, Irgendwann chunt me im au Bann. So wie de Brüder vom Heinz singe würd. Halleluja

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