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98 Prozent mit Anschlusslösung

Frauenfeld – Die Situation auf dem Thurgauer Lehrstellenmarkt ist nach wie vor stabil. 98 Prozent derjenigen, welche aus der Schule austreten, haben eine Anschlusslösung gefunden.

Marcel Volkart, Chef des Amts für Berufsbildung und Berufsberatung, und Michael Stahl, Leiter der Berufs- und Studienberatung, informierten über die Lehrstellensituation im Kanton Thurgau. (Bild: zvg)

Auf den Stichtag, 5. Juli, wurde mit Hilfe des webbasierten Tools (Schul- und Berufswahl-Plattform) der Bildungsstatistik Thurgau die jährliche Umfrage bei den Lehrpersonen der Abschlussklassen durchgeführt. Angefragt wurden die 9. Schuljahre, die kantonalen Brückenangebotsschulen sowie die Privatschulen im Kanton. Die seit einigen Jahren sehr gute und stabile Gesamtsituation ist auch dieses Jahr intakt. Rund 98 Prozent der im Juli aus der Schule Austretenden haben bis Ende Juni eine Anschlusslösung in Form einer Lehrstelle, einem Brückenangebot oder einer schulischen Lösung gefunden.

71 Prozent werden eine berufliche Grundbildung (EFZ oder EBA) beginnen. Rund elf Prozent treten nach der dritten Sekundarschule in eine weiterführende Schule ein und 14 Prozent haben sich für ein kantonales Brückenangebot oder eine andere Zwischenlösung entschieden. Rund vier Prozent der Schülerinnen und Schüler waren am Stichtag noch auf der Suche nach einer Anschlusslösung oder haben eine andere Lösung gewählt. Erfahrungsgemäss steigen bis zum Lehrbeginn im August sowohl das Angebot wie auch die Nachfrage nochmals an, so dass dieser Prozentsatz bis Ausbildungsbeginn im August 2017 auf eine marginale Grösse sinken wird. Vereinzelt werden sogar noch im September Lehrverträge abgeschlossen und Lehrverhältnisse angetreten.

Weiterhin grosses Lehrstellenangebot bei leicht sinkender Schulabgängerzahl
Generell sind praktisch in allen Berufsfeldern noch Lehrstellen frei. Per Ende Juni waren immer noch rund 430 Lehrstellen als offen gemeldet, was einer Zunahme von rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht (www.berufsberatung.ch). Weiterhin gilt: Im Bereich der anspruchsvollen beruflichen Grundbildungen mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) wird es für die Betriebe zunehmend schwierig, geeignete Lernende zu finden; der Kampf um die Talente beginnt so bereits bei den Berufslernenden.

Jugendliche ohne Anschlusslösung
Am anderen Ende der Skala bleibt es für viele Jugendliche aber nach wie vor schwierig, eine Anschlusslösung zu finden. Insbesondere leistungsschwache Schülerinnen und Schüler aus den Schulstufen mit Grundanforderungen oder mit Defiziten in den Sozial- und Selbstkompetenzen haben es trotz Angebotsüberhang schwer, einen Ausbildungsplatz zu finden. Sie genügen den Anforderungen der beruflichen Grundbildung nicht.

Die bewährten Institutionen wie z. B. Mentoring Thurgau, die Stiftung Zukunft oder das Case Management Berufsbildung, sowie weitere Unterstützungssysteme helfen in diesen Fällen wesentlich bei der Realisierung nachhaltiger Lösungen mit.

Brückenangebote Thurgau
In die kantonalen Brückenangebote an den drei Standorten Weinfelden, Frauenfeld und Romanshorn können für das kommende Schuljahr 2017/18 266 Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden. Neun Anmeldungen mussten wegen knapper Deutschkenntnisse, fehlender Motivation oder fehlender abgeschlossener 3. Sekundarschule abgelehnt werden. Auch in diesem Jahr können somit alle Jugendlichen das Brückenangebot besuchen, für welche diese Lösung eine passende Vorbereitung auf die berufliche Grundbildung darstellt. Allgemein lässt sich feststellen, dass der Bedarf an Plätzen in den Brückenangeboten aufgrund der vielen vorhandenen Lehrstellen kontinuierlich sinkt.

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