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Fischereigeschichte lebendig halten

Ermatingen – Die «Kathry» ist das zweitletzte gebaute Holzschiff für den gemeinsamen Fischfang am Untersee. Nachdem es vor dem Verschrotten gerettet wurde, unterhält der «Verein für ein Bodensee-Fischereimuseum» derzeit den Segner. Nun steht eine erneute restaurierung an, wofür der Verein unterstützung sucht.

Der Segner hat eine bewegte Geschichte, welche erhalten bleiben soll. Die «Kathry» ist 14 Meter lang und 2,30 Meter breit. (BIld: zvg)

Der Segner wurde 1947 auf der Insel Reichenau von der Bootswerft Beck gebaut und ist 14 Meter lang und 2,30 Meter breit. Die Gangfischsegi-Genossenschaft wurde Ende der Fünfziger Jahre aufgelöst und die «Kathry» nach Kreuzlingen verkauft. Dort wurde sie motorisiert und als Schlammsammler benützt.

Roland Neuenschwander (Eigner der «MS Delphin») und Max Grüninger, Ermatingen, entdeckten das Schiff im Werkhof Kreuzlingen und retteten es vor dem Verschrotten. Die beiden machten es wieder seetüchtig und verkauften es im Jahr 2007 dem «Verein für ein Bodensee-Fischereimuseum». Seither wurde die «Kathry» durch den Verein unterhalten und gepflegt

Im 70. Lebensjahr zeigen sich beim Holzschiff Altersbeschwerden. Der komplette Unterboden und Teile der Seitenwände wurden morsch. Darum liegt die «Kathry» nicht wie gewohnt an ihrem Bootsplatz zwischen Stedi und Oberer Seestrasse. Der Segner befindet sich momentan in der Bootswerft von Stefan Züst in Altnau. Unter tatkräftiger Mithilfe der Vereinsmitglieder wird das Schiff restauriert. In wenigen Wochen wurden über 300 freiwillige, unentgeltliche Arbeitsstunden geleistet und viele Stunden werden noch folgen. Das ermöglicht, die geplanten Instandhaltungskosten von 50‘000 Franken deutlich zu reduzieren.

Der anerkannte Holzbootbauer Stefan Züst schreibt über die Kathry:

«Kathry ist der Archetyp der Bodenseefischereiboote. Gross, kraftvoll, vielleicht nicht unbedingt hübsch im klassischen Sinn, aber einzigartig und zeitlos. Ein wichtiges Stück Schifffahrt Geschichte und die letzte Chance ein Original in Fahrt zu halten.»

Der Verein bittet um Unterstützung des Vorhabens und ist dankbar für einen Beitrag zur Erhaltung dieses Zeitzeugen der Ermatinger Fischerei (kann steuerlich geltend gemacht werden). Mehr Informationen zur «Kathry», deren Restauration und zum Verein für ein Bodenseefischereimuseum erhält man am Infostand an der 1. August Feier auf der Stedi oder direkt beim Vereinspräsidenten Benedikt Kutter, benedikt.kutter@tkb.ch oder beim Vizepräsidenten Othmar Huber, othmar.huber@hispeed.ch.

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