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Trotz Regen – Trockenheit hält an

Thurgau – Auch wenn ein aktueller Blick in den Thurgauer Himmel etwas anderes zeigt: Es ist nach wie vor trocken im Thurgau. Während die ersehnten Tropfen am Wochenende zumindest die Waldbrandgefahr zu reduzieren vermochten, ist die Situation in den Thurgauer Bächen nach wie vor angespannt.

Trotz den vergangenenen Niederschlägen wird dazu angehalten, weiterhin auf den Wasserverbrauch zu achten. (Bild: archiv)

Aufgrund der Wetterentwicklung, der heute gemessenen Abflusswerte in den Thurgauer Oberflächengewässern und unter Berücksichtigung der Jahreszeit sowie der Langfristprognosen beurteilt der Fachstab Trockenheit die Lage zum Trockenheitsrisiko für den Kanton Thurgau wie folgt:

• Region Thurgau West mittel
• Region Thurgau Ost mittel
• Region Thurgau Nord und Seerücken mittel
• Einzugsgebiet Murg und Lauche erheblich

Durch das Aufziehen der Kaltfront am Samstag haben die lokalen Starkregen zu einer deutlichen Abkühlung geführt. An den Niederschlagsstationen wurden am Wochenende um 40 und 50 mm Regenmenge gemessen. Trotzdem verbleiben die bisher in diesem Jahr aufgezeichneten Niederschlagssummen weiter mehrheitlich unter den langjährigen Werten. Die Pegelstände sind nach dem nassen Wochenende bereits wieder auf niedrige Niveaus gesunken. Mit einem erneuten Anstieg zur Wochenmitte hin ist zu rechnen.

Wasserentnahmeverbot diesen Sommer nicht auszuschliessen
Das aktuelle Trockenheitsrisiko wird für den Westen, den Osten und den Norden/Seerücken des Thurgaus als mittel und für das Murgeinzugsgebiet als erheblich eingestuft. Der Fachstab Trockenheit des Kantons Thurgau erachtet es derzeit als nicht notwendig, ein Wasserentnahmeverbot für alle Oberflächengewässer (mit Ausnahme des Bodensees, Untersees und Rhein) anzuordnen. Ein Entnahmeverbot ist dennoch in diesem Sommer weiterhin nicht auszuschliessen.

Haushälterischer Umgang mit Wasser in der Landwirtschaft
Die Landwirte, welche auf Bewässerungswasser angewiesen sind, werden jedoch weiterhin um schonende Nutzung der Gewässer gebeten. Wasser soll nur noch aus den grossen Gewässern entnommen werden. Wenn möglich soll auf Wasser ab Hydrant ausgewichen werden, vorausgesetzt, die Wasserversorgung hat ausreichende Kapazitäten und die zuständige Stelle ist damit einverstanden. Auch Private sollen sparsam mit Wasser umgehen. So sollen weiterhin nicht unnötigerweise Pools mit Wasser gefüllt, Autos gewaschen oder Rasen und Gärten bewässert werden.

Fische in Bächen wurden evakuiert
Die geringen Niederschläge und hohen Lufttemperaturen der letzten Wochen haben den Fischen regional und lokal unterschiedlich zugesetzt. Vereinzelte Fliessgewässer führten kaum noch Wasser, so dass in rund zehn Gewässerabschnitten die Fische durch die Fischereiaufseher und Fischpächter evakuiert werden mussten. Zudem erreichten vereinzelte Fliessgewässer für Fische kritisch hohe Temperaturen. Die aktuelle Situation mit geringeren Lufttemperaturen und angekündigten Niederschlägen entschärft die Lage für die Fische zumindest vorübergehend, indem die Wassertemperaturen sinken und sich die Wasserführungen erhöhen. Nach wie vor bleibt die Situation aber mittel- und langfristig für die Wasserlebewesen angespannt, da die angekündigten Niederschläge voraussichtlich nur zu einem vorübergehenden Wasseranstieg führen dürften und die Fliessgewässer schnell auf ihren ungewohnt tiefen Stand zurückfallen werden, sobald die Niederschläge ausbleiben.
 
Waldbrandsituation durch Regen etwas entschärft
Die Niederschläge der vergangenen Tage haben in den Wäldern teilweise für Entlastung gesorgt. Laut dem Forstamt des Kantons Thurgau hat sich die Waldbrandsituation entspannt. Für die Bäume selbst hat sich das Wasserdefizit im Boden jedoch noch nicht verändert. Nach wie vor sind die unteren Bodenschichten – die Wurzelräume der Bäume – noch zu wenig feucht.

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