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«Endlich bin ich textsicher»

Weinfelden/Kreuzlingen – Mit seinem lokalpatriotischen Musikvideo «Wyfelde» hat Manfred Fries einen Internethit gelandet. Über eine Million Mal wurde das Video mittlerweile auf verschiedenen Plattformen angeschaut. Mit uns spricht der in Bussnang lebende Musiker über die Folgen und Reaktionen seiner plötzlichen Bekanntheit und weshalb der ehemalige Kreuzlinger Weinfelden den Vorrang gegeben hat.

Manfred Fries ist unter dem Namen «dä Brüeder vom Heinz» als Musiker und Schausteller unterwegs. (Bild: ek)

KreuzlingerZeitung: Herr Fries, haben Sie mit diesem Zuspruch auf Ihr Musikvideo gerechnet?
Manfred Fries: In dieser Form natürlich nicht. Aber ich habe schon gedacht, dass wenn ich viele Orte erwähne, auch viele Zuhörer sich angesprochen fühlen.

Wie kam es Ihrer Meinung nach zu den hundertausenden Klicks?
Eigentlich spielte sich alles innerhalb von drei Tagen ab. Grosse Radiosender wie  FM 1 oder Radio Energy sowie  Facebookgruppen teilten das Video in den Sozialen Medien. Danach verbreitete sich der Musikclip wie von selbst. Ich nehme an, sie wollten mich als Thurgauer Mundartsänger ein wenig in die Pfanne hauen. Die meisten Kommentare fielen dann aber sehr wohlwollend aus.

Was für Folgen hatte die schlagartige Internetpräsenz im richtigen Leben?
Als ich nach der Veröffentlichung durch Weinfelden lief, kamen viele Leute auf mich zu und gratulierten mir. Vor allem jungen Leuten schien das Video gefallen zu haben. Das hat mich überrascht, normalerweise spricht meine Musik eher ein älteres Publikum an.

Und hat sich die Bekanntheit auch finanziell niedergeschlagen?
Die CD-Verkäufe sind angestiegen und es gingen auch mehr Anfragen  für Auftritte bei mir ein. Ich spiele zum Beispiel an der nächsten «Wega» auf der Hauptbühne. Von Beruf her bin ich eigentlich Schausteller, Musik mache ich nur nebenher. Da sind die meisten Wochenenden im Sommer schon ausgebucht. Mittlerweile habe ich aber auch meine Schiess- und Büchsenwerfbude mit «dä Brüeder vom Heinz» angeschrieben. Beim Albani-Fest in Winterthur haben mich viele erkannt und wollten ein Selfie mit mir machen. Zwei Mädchen haben sogar erzählt, dass sie das Lied in der Schule gesungen haben.

Können Sie das Lied überhaupt noch hören?
Natürlich, endlich bin ich bei einem Song mal textsicher. Zwar schreibe ich die Strophen und Melodien selber, das Auswendigspielen macht mir aber immer noch Mühe.

Das Musikvideo dazu ist sehr professionell gestaltet. Ist der optische Auftritt mittlerweile wichtiger als die eigentliche Musik?
In diesem Fall war das Video wirklich teurer als die Produktion des Lieds. Dabei hat mich John Dierauer aus Steckborn unterstützt. In den Sozialen Medien wäre ohne die Bilder sicher nicht so ein Hype entstanden. Ich habe nun noch zwei weitere Videos geplant. Dabei wird es aber nicht immer nur lustig zu und her gehen, ich zeige auch die besinnlichen Seiten meiner Musik auf.

Im Song kommen abgesehen von Weinfelden die meisten Gemeinden nicht gut weg. Gab es da nicht auch böse Rückmeldungen?
Klar, das Lied habe ich bewusst polarisierend geschrieben und einige Kommentare fanden den Song dann auch «voll daneben». Damit muss man rechnen, wenn man etwas «nicht Stromlinienförmiges» macht. Aber im Grossen und Ganzen haben die Zuhörer glaube ich verstanden, dass der Text nicht allzu ernst gemeint ist.

Sie haben lange Zeit das Musiquarium in Kreuzlingen geführt und sind bekannt im Städtchen. Weshalb fiel die Wahl bei ihrer Lobeshymne nicht auf Kreuzlingen?
Ich bin auch heute noch durch die Männerriege stark mit Kreuzlingen verbunden. Doch wohne ich mittlerweile in Bussnang, wodurch mein Lebensmittelpunkt in Weinfelden ist. Und das ist nunmal eine saucoole Stadt.

Wo trifft man Sie als Nächstes an?
Beim Seenachtsfest bin ich drei Tage lang mit meiner Schiessbude in Kreuzlingen vor Ort.

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