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Wie früher bei Tante Emma

Konstanz – Ein Leben ohne Abfall zu produzieren? Vermeintlich unmöglich in unserer Gesellschaft. Der Laden «Unverpackt» in Konstanz macht den ersten Schritt in Richtung «Zero-Waste». Von Bambuszahnbürsten bis hin zu Müsli gibt es alles für den Alltag ohne Verpackungen. (Text: Hemma Ernst)

Jörn-Michael Wunderlich und Sladja Peereboomg betreiben den neuen Unverpackt-Laden in Konstanz. Dabei können Kunden die Waren gleich selbst in die Gefässe abfüllen. (Bild: Hemma Ernst)

2013 kam Sladja Peereboomg auf die Idee, in Konstanz einen Unverpackt-Laden zu gründen. Die Inspiration fand sie in Berlin, wo es bereits einen solchen Laden gibt. Begeistert von dieser Idee, fing sie an einen Businessplan zu erstellen und traf ihren jetzigen Arbeitskollegen Jörn-Michael Wunderlich. Aus der Idee wurde am 14. Juni Wirklichkeit, als sie ihr Geschäft an der Fürstenbergstrasse 93 in Konstanz eröffnete.

Gegen Essensverschwendung
Das Angebot stösst auf Zuspruch. «Der Laden wurde gut angenommen», sagt Inhaberin Peereboomg. Auf die Frage, warum sie in diesem Laden einkauft, antwortete eine Kundin: «Weil ich die Idee gut finde, dass sich mein Plastikmüll verringert. Ausserdem fülle ich zu Hause sowieso alles in Gläser, ich brauche die Verpackung also gar nicht.»

Den Verantwortlichen geht es darum, möglichst wenig Müll zu produzieren, und wenn, dann ausschliesslich organischen Abfall. Ein zusätzlicher positiver Effekt ist, dass die Lebensmittelverschwendung ebenfalls vermieden wird, da jeder Kunde sich genau die Menge abfüllen kann, die er wirklich braucht. Die Gefässe dazu kann man von daheim mitnehmen, es stehen aber verschiedene Behälter, von Schalen bis hin zu Gläsern, vor Ort zur Verfügung. Kunden können von Zahnbürsten, deren Griff aus Bambus und deren Borsten aus Bambusviskose bestehen, über Projektreis, dessen Kauf die Bauern in Indien unterstützt, bis hin zu Waschmittel und Nudeln fast alles für den Alltag kaufen.

Die Produkte sind alle Bio und Fair gehandelt. Die beiden möchten in ihrem Rahmen einen Beitrag zum Umweltbewusstsein leisten. Peereboomg meint dazu: «Das, was wir auf der Erde angerichtet haben, müssen wir auch versuchen, wieder in Ordnung zu bringen.» Auf diesem Weg hilft jeder kleinste Beitrag.

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