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Der Wald in Gefahr

Region – Die Gewitterschäden Anfang August hinterliessen gravierende Schäden in den Wäldern. Nun naht eine zweite Bedrohung: der Borkenkäfer.

Die regionalen Wälder sind durch die Gewitter und den Borkenkäfer bedroht. (Bild: zvg)

Die Schäden am Wald, welche der Gewittersturm in der Nacht vom 1. auf den 2. August verursacht hat, sind massiv. Allmählich können die Schadholzmengen beziffert werden. Im betroffenen nordwestlichen Kantonsteil wurden schätzungsweise 15 000 Kubikmeter Holz geworfen, rund die Hälfte davon ist Fichtenholz. Damit ist dies das grösste Sturmereignis im Thurgauer Wald seit Lothar 1999. Viele Waldeigentümer sind stark von den Schäden betroffen. Nun müssen aber durch den Borkenkäfer noch grössere Schäden am Wald befürchtet werden.
Borkenkäfer gehören natürlicherweise zum Waldökosystem. Die Käferlarven entwickeln sich unter der Rinde von Fichten und können diese dadurch zum Absterben bringen. Borkenkäfer befallen primär geschwächte Bäume, denn gesunde Fichten wehren sich mit Harzfluss gegen die Eindringlinge. Bei grossen Käferdichten können aber auch gesunde Fichten befallen werden. Aufgrund der letzten Hitzesommer konnte die Borkenkäferpopulation aufgrund der günstigen Bedingungen deutlich ansteigen. Etliche befallene Fichten mussten bereits gefällt werden. Aufgrund der vielen Sturmschäden finden die zahlreichen Käfer nun noch bessere Bedingungen vor, denn die geworfenen und beschädigten Fichten sind optimale Brutstätten. Eine starke Vermehrung der Käfer und grosse zusätzliche Schäden an noch gesunden Fichten werden nun befürchtet.
Der Forstdienst und die Waldeigentümer sind nun gefordert, die Käfervermehrung möglichst zu begrenzen. Zentral ist dabei, dass der Bruterfolg der Borkenkäfer reduziert wird. Befallene Fichten, in welchen unzählige Käferlarven heranwachsen, müssen folglich möglichst vor deren Entwicklung zu flugfähigen Käfern aus dem Wald geführt werden. Dies gilt nicht nur für die Stämme, sondern auch für das Kronenmaterial. Das Fichtensturmholz, das optimale Brutstätten darstellt, muss jetzt speditiv aufgerüstet und aus dem Wald gebracht werden. Die übrigen Baumarten sind nicht betroffen und können auch noch zu einem späteren Zeitpunkt aufgearbeitet werden.
Oberste Priorität bei der Aufrüstung des Sturmholzes hat die Unfallvermeidung. Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu schweren und auch tödlichen Unfällen. Die Privatwaldeigentümer sollen daher ausgebildetes und gut ausgerüstetes Forstpersonal beiziehen. Auch Waldbesucher sind zur Vorsicht angehalten. Alle Waldeigentümer werden aufgefordert bei Anzeichen von Käferbefall sofort den örtlichen Revierförster zu kontaktieren. Eine finanzielle Unterstützung wurde von Seiten des Kantons zugesagt.

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