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Komitee wirbt für Ja zur Rentenreform

Kreuzlingen – Die CVP Thurgau und deren Nationalrat Christian Lohr haben mit Exponenten aus EVP, glp und BDP in Kreuzlingen das Komitee «Ja zur Rentenreform» gegründet.

Nationalrat Christian Lohr und der Thurgauer CVP-Präsident Paul Rutishauser (l.) haben mit ihren Mitstreitern ein bürgerliches Ja-Komitee gegründet. (Bild: sb)

Der Kreuzlinger CVP-Nationalrat Christian Lohr war zweieinhalb Jahre an der Ausarbeitung der Rentenreform direkt beteiligt. Aus seiner Sicht ist diese dringend notwendig. «Sie darf auf keinen Fall scheitern. Nur so sichern wir bestehende und zukünftige Renten und verhindern ein Milliardendefizit in der AHV», sagte er anlässlich der Vorstellung des überparteilichen Komitees in Kreuzlingen am Montag. Die Reform sei ein demokratischer Kompromiss, ohne eine Abbauvorlage mit unkompensierten Rentenkürzungen zu sein. Die Senkung des Umwandlungssatzes von 6,8 auf 6 Prozent würde theoretisch eine Renteneinbusse von zwölf Prozent mit sich bringen, erklärte er. Diese werde durch die Erhöhung der AHV-Renten und des Ehepaarplafonds von 150 auf 155 Prozent ausgeglichen. «Die Finanzierung der Rentenerhöhung um 70 Franken über zusätzliche Lohnprozente für alle ist fair und sozial», so Lohr.

Das sieht auch Paul Rutishauser, Präsident der CVP Thurgau, so. «Mit dieser Reform sichern wir die AHV und die 2. Säule. Die Finanzierung über die Mehrwertsteuer, Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Bund ist fair und sozial.» Eine gesicherte Altersvorsorge ist für ihn gerade auch in Betracht des Wandels zur Digitalisierung in der Arbeitswelt ein notwendiger Anker.
Von den Ausgleichsmassnahmen profitierten Einkommensschwache, Teilzeitarbeitende und Frauen, führte die Frauenfelder EVP-Kantonsrätin Elisabeth Rickenbach weiter aus. Heute werde über eine Milliarde von den Jungen an die Rentner umverteilt, nach der Reform betrage dieser Generationen-Transfer nur noch 37 Prozent. Sie verteidigte die Erhöhung des Rentenalters auf 65 Jahre für Frauen als «nachvollziehbar, weil eine höhere Lebenserwartung auch eine längere Erwerbstätigkeit nach sich zieht, wenn man nicht einfach zu tieferen Renten, höheren Lohnbeiträgen oder Steuern bereit ist».

Deutliche Worte
Doch wer ist dagegen? Auf linker Seite seien dies Konsumentenschutzorganisationen, Kommunisten und Jungsozialisten, rechts die SVP und FDP, erklärte Hanspeter Heeb, Kantonsrat der glp, aus Romanshorn. Beide Seiten könnten jedoch keine bessere Lösung bieten – die einen hätten keine Idee zur Finanzierung, die anderen würden lieber Renten kürzen wollen – dies vor dem Hintergrund, das seit 20 Jahren jeder Reformversuch scheitere. «Diese Reform ist die günstigste Variante, jetzt müssen wir handeln», drängt Heeb.
Dem pflichtet auch BDP-Parteipräsident Jürg Schumacher aus Mär-stetten bei. «Wenn jetzt nichts passiert, dann sind die AHV-Reserven in 20 Jahren aufgebraucht. Die Jungen hätten zwar immer eingezahlt, würden aber nichts mehr bekommen. Deswegen müssen wir jetzt beiden Vorlagen zustimmen. Jede spätere Sanierung wird nur noch mit wirklich schmerzhaften Massnahmen möglich sein.»
Abschliessend fanden die Mitglieder des Komitees noch deutliche Worte für die Kampagne der Gegner. Deren Slogans seien «billig und unwürdig», so Nationalrat Christian Lohr. Vor diesem Hintergrund wünscht er sich, dass gerade die junge Generation sich mit dem komplexen Thema auseinandersetzt und sich nicht von den vereinfachenden, falschen Aussagen der Gegner beeinflussen lässt.

Reform der Altersvorsorge
Die Menschen in der Schweiz leben immer länger und beziehen immer länger Rente. Immer weniger Erwerbstätige müssen dies finanzieren. Auch in der beruflichen Vorsorge wird’s eng. Deshalb hat der Bundesrat die Altersvorsorgereform 2020 aufgegleist. Gegenwind bekommt diese von SVP und FDP. Mit dem Slogan «Junge verraten, Rentner bestrafen – unschweizerisch ungerecht» kämpft das Gegenkomitee für ein Nein an der Urne.

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