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Notwendige Investition in die Zukunft

Kreuzlingen – Die Pädagogische Hochschule (PHTG) in Kreuzlingen platzt aus allen Nähten. Deswegen will der Kanton für knapp 27 Mio. Franken ein neues Gebäude bauen. Das sind die Argumente des Unterstützer-Komitees.

Holzmodell des geplanten Erweiterungsbaus. (Bild: zvg)

Im breit abgestützten Komitee sitzen rund 140 Personen, Vertreter aller Fraktionen des Grossen Rates, Persönlichkeiten aus der Wirtschaft und weiteren Bereichen der Gesellschaft. Am Montag stellte das Komitee seine Kampagne in Kreuzlingen vor.

Die Raumnot sei wirklich brenzlig, stellte Hans Munz, Präsident des Hochschulrats, fest: «Als 2008 das erste Mal erweitert wurde, rechnete man mit 350 Studierenden. Heute sind es 800.» Um den Unterricht aufrechtzuerhalten, stehen auf dem Sportplatz provisorische Gebäude (befristet bis 2020). Gelehrt wird auch in gemieteten Räumen. Insgesamt gibt es fünf Studiengänge. Der Neubau würde es möglich machen, alle Provisorien aufzugeben (bis auf die im ceha!), und das Angebot um die Fächer «Textiles und Technisches Gestalten» sowie «Hauswirtschaft» zu erweitern. Lehrpersonen könnten somit für alle Stufen und in allen Fächern eine Ausbildung erhalten.

Der Thurgauer Architekt Beat Consoni stellte den Bau mit den markanten Oblichtern vor. Dieser fügt sich massgeschneidert und platzsparend ein in die vorgegebene Umgebung mit der Pädagogischen Maturitätsschule (PMS) in der denkmalgeschützten Klosteranlage, den architektonisch hochwertigen Guyer-Bauten aus den 1970er Jahren und mit den ebenfalls markanten Ergänzungsbauten aus jüngerer Zeit. Möglich wurde dies erst dank einem Landabtausch mit der Schulgemeinde Kreuzlingen, deren Primarschulhaus Schreiber an den Erweiterungsbau angrenzt. Der Erweiterungsbau entlang der Schulstrasse bildet mit dem bestehenden Gebäude M (mit Campus-Bibliothek) auf der gegenüberliegenden Strassenseite ein eigentliches Zentrum und ergänzt den Bildungscampus in idealer Weise.

Die Stimmberechtigten haben es am 26. November in der Hand. Kantons- und Regierungsrat beantragen für den Neubau 26880000 Franken. Vorab können Interessierte am Tag der offenen Tür an der PHTG am Donnerstag, 26. Oktober, ab 17 Uhr, Einblick ins Projekt nehmen.

Komplexität erhöht Kosten
Da der Bau in eine bestehende Struktur eingefügt werden muss, werden Vorbereitungsarbeiten im Umfang von 1,88 Millionen Franken notwendig. Wegen des schwierigen Baugrunds müssen für die Baugrube 1,34 Mio. Franken eingerechnet werden. Aus dem gleichen Grund wird auch auf eine Tiefgarage verzichtet. Dafür wird der bestehende Parkplatz bei den Guyer-Bauten erweitert. Und da mit Rücksicht auf die denkmalgeschützte Klosteranlage nur zweigeschossig gebaut wird, ergeben sich im Vergleich zu höheren Bauten Mehrkosten von rund zehn Prozent. Der notwendige Landabtausch mit der Schulgemeinde Kreuzlingen kostet zudem 2,29 Mio. Franken.

Die reinen Gebäudekosten von 20,22 Mio. Franken ergeben einen Kubikmeterpreis von 857 Franken. Der Grosse Rat verabschiedete die Gesamtsumme von 26,88 Mio. Franken mit fast 90 Prozent der abgegebenen Stimmen. Wenn statt dem für Bauten des Kantons gesetzlich vorgeschriebenen Minergie-P-Standard in der Ausführung der neuere Minergie-A-Standard zur Anwendung kommt, wie dies der Grosse Rat beschlossen hat, dann ergibt sich daraus voraussichtlich eine Reduktion der Baukosten von 700’000 bis 800’000 Franken.

Für Kantonsbaumeister Erol Doguoglu ist Consonis Projekt schlicht die städtebaulich, zweckdienlich und ökonomisch sowie ökologisch beste Lösung, die aus dem Architekturwettbewerb hervorging. Heinz Leuenberger, Präsident der Thurgauer Schulgemeinden, betonte die Wichtigkeit von Lehrpersonen, die hier ausgebildet werden und den «Thurgauer Weg» kennen, für die Schulgemeinden. Und SVP-Kantonsrat und Komitee-Leiter Andreas Wirth, Schulleiter in Frauenfeld, kennt es aus der Praxis: «Sieben von zehn Lehrpersonen bei uns haben an der PHTG studiert.»

www.erweiterungsbau-ja.ch

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