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Über Erotik und Komik

Region – Am Dienstag, 17. Oktober, präsentiert Beat Schlatter seinen neuen Film »Flitzer« im Konstanzer Kino CineStar. Wie es zu der Idee kam, warum nackte Männer lustig sind und dass es sogar in Kreuzlingen echte Flitzer gibt, erzählt uns der Schauspieler im Gespräch. Ausserdem verlosen wir zwei Karten für die Preview der schwyzerdütschen Komödie!

Beat Schlatter kommt am Dienstag zur Premiere von «Flitzer». (Bild: zvg)

KreuzlingerZeitung: Herr Schlatter, Ihr neuer Film «Flitzer» zeigt die Geschichte von Menschen, die sich ausziehen, um auf Spielfelder zu rennen. Und von Sportwetten, die auf diese Flitzer laufen. Wie kamen Sie auf diese Idee?
Beat Schlatter: Zunächst wollte ich mit ein paar Freunden aus der Züricher Künstlerszene tatsächlich ein Wettbüro für Flitzer aufmachen. Dann haben wir aber bemerkt, dass man sich damit schnell in die Illegalität begibt und das Komische und Spannende an der Idee in der Fiktion noch überspitzter dargestellt werden kann. So kamen wir dann zur Planung des Films.

Das heisst, es begann alles mit einer Schnapsidee?
Ich würde nicht von einer Schnapsidee sprechen. Als Künstler ist es mein Beruf, Ideen zu haben. Davon lebe ich.

Im Film spielen Sie den Lehrer Balthasar Näf, der diese Idee umsetzt. Was gefällt Ihnen an diesem Charakter?
Mich interessiert die Entwicklung der Figur. Anfangs ist Näf ein Lehrer mit einem Stock im Arsch. Ihm fehlt es an Anerkennung, von seinen Schülern und von seiner Tochter. Durch ein Missgeschick verzockt er eine grosse Summe Geld, die für einen Sportplatz vorgesehen war. Mit der Idee des Wettbüros versucht er dieses wieder zu bekommen. Dazu braucht es Mut. Er lernt etwas durch diese Geschichte, das gefällt mir.

Sind Sie selbst im Film nackt zu sehen oder haben Sie ein Double?
Nein, ich bin selbst nackt gelaufen. Bei diesen Szenen zeigen wir nur soviel wie unbedingt nötig. Daher habe ich meist eine Socke getragen. Dass diese nicht abfällt, musste ich zuhause üben. Der Film ist aber in erster Linie ein Familienfilm. Geschlechtsteile werden nur minimal gezeigt. Erotik und Komik gehen nicht zusammen. Sobald man sich erotisch auszieht, kann nicht mehr gelacht werden.

Ist Flitzen erotisch oder komisch?
Definitiv komisch! Ein Mann oder eine Frau, die sich ausziehen, um auf ein Spielfeld zu rennen, sind total unerwartet. Damit rechnet man nicht. Und das würden Sie oder ich auch niemals tun. Also ich zumindest nicht!

Ausschnitt aus dem Film «Flitzer». (Bild: zvg)

Haben Sie durch den Film den Reiz des Flitzens verstanden?
Mit dieser Frage habe ich mich im Laufe der Dreharbeiten und im Vorfeld viel beschäftigt. Wir haben echte Flitzer befragt. Das war gar nicht so einfach, jemanden zu finden, da diese Leute gerne in der Anonymität bleiben. Es drohen drei Jahre Stadionverbot, wenn man erkannt wird. Einer hat mir aber dann erzählt, dass es um den Kick geht. Er ist ein ganz normaler Typ. Geht jeden Tag von acht bis fünf arbeiten. Das Flitzen ist für ihn wie Bungee Jumping. Es gibt ihm Befriedigung und ist wie ein Rausch, den er immer wieder braucht.

Ist es ein Unterschied ob ein Mann oder eine Frau flitzt?
Ich finde nicht. Es gibt mehr Männer, aber auch Frauen, die sich ausziehen, um zu flitzen. Im Film zeigen wir beides und auch die jeweiligen Geschichten, die dahinter stehen. Es ist genauso komisch, wenn eine Frau sich auszieht und über ein Spielfeld rennt, und auch derselbe Kick: Wie lange wird gerannt?

Der «Flitzer» wird am Dienstag im Konstanzer Kino gezeigt, wo auch Sie und der Regisseur Peter Luisi anwesend sein werden. Wird in Deutschland eine synchronisierte Fassung gezeigt oder auch die Schweizer Mundart-Variante?
Der Film wird grundsätzlich auf Schweizerdeutsch gezeigt. Es wurde überlegt, ob eine Synchronisation durchgeführt werden soll, dann aber entschieden, dass der Film als Art-House-Movie gezeigt wird und daher in Originalsprache bleibt. In Deutschland gibt es dann aber eine Fassung mit Untertiteln.

Wurde Ihr Film bislang positiv aufgenommen? Im Blick stand gerade zu lesen, dass Sie Ihr Management gefeuert haben, weil es nicht hinter der Idee stand?
Das ist jetzt schon drei Jahre her! Seither habe ich ein neues Management, das mich sehr unterstützt bei meiner Arbeit und die Rückmeldungen auf die Filmvorschauen sind durchaus positiv. Es ist wirklich ein sehr lustiger Film!

Ausschnitt aus dem Film «Flitzer». (Bild: zvg)

Auch hier in Kreuzlingen wurde der Film als Preview im Openair Kino gezeigt.
Ja, daran erinnere ich mich. Es gab nämlich einen Mann, der sich aus lauter Euphorie ausgezogen hat und vor der Leinwand geflitzt ist! Danach wurden wir gefragt, ob es ein Werbegag von uns war. Aber das war vollkommen ungeplant. Wir haben dann noch versucht, den Mann zu finden, aber es ist uns nicht gelungen.

Meet and Greet mit Beat Schlatter

Am Dienstag, 17. Oktober, um 20 Uhr kommen der Regisseur Peter Luisi und der Hauptdarsteller Beat Schlatter der neuen Schweizer Kinokomödie «Flitzer» zur Preview des Films ins CineStar Konstanz! Im Film geht es um Baltasar Näf (Beat Schlatter). Er ist Deutschlehrer und alleinerziehender Vater einer schwer pubertierenden Tochter, die er über alles liebt. Eigentlich läuft sein Leben in geordneten, berechenbaren Bahnen bis er durch ein paar unglückliche Umstände «aus Versehen» das ganze Geld für den neuen Schulsportplatz verzockt hat. In der grössten Krise sind die einfachsten Ideen meistens die besten: Sein Friseur Kushtrim (Bendrit Bajra) hat in seinem Salon ein florierendes, illegales Wettbüro und bringt den braven Schullehrer auf den verwegenen Gedanken, selbst aktiv ins Wettgeschäft einzusteigen! Näf rekrutiert ein Team professioneller Flitzer, und begibt sich auf das Abenteuer Spielfeld …

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