/// Rubrik: Leserbriefe | Topaktuell

Kreuzlingen zubauen?

Leserbrief – Wer glaubt, das neue Raumplanungsgesetz wäre ein wirksames Instrument, um Kreuzlingen seine grünen Randgebiete zu sichern, sieht sich eines anderen belehrt! (Ernst Frischknecht)

(Bild: archiv)

Neue Baugebiete sind an sensiblen Hanglagen geplant als wäre dies selbstverständlich! Dabei sind die Alarmsignale nicht zu überhören, die vor einer rasanten Zersiedlung unserer Agrarlandschaft warnen.

Prof. Peter Berthold von der Vogelwarte Radolfszell brachte es kürzlich auf den Punk: Die Schweiz, zusammen mit Deutschland und Belgien gehört zu den grössten Artenvernichter in Europa; der Rückgang von Insekten und Vögeln hat dramatische Ausmasse angenommen, so dass der Vogelkundler in naher Zukunft gar um die Obstplantagen rund um den Bodensee fürchtet, weil die Insekten zum Bestäuben fehlen.

Es wäre deshalb dringend, dass Grünflächen in jeder Ortsplanung entschieden geschützt würden und von weiteren Überbauungen ins Grüne Abstand genommen wird. Aber weit gefehlt! Die Stadt Kreuzlingen sieht nämlich vor, im Südosten (Leubern, Steig), aber auch Gaissberg neue Wohngebiete freizugeben. Zwar wird eifrig einer Siedlungsentwicklung nach innen das Wort geredet; man spricht gemäss kantonaler Raumentwicklung von haushälterischem Umgang mit dem Boden, man spricht von Lenkung nach innen, man denkt über von Biodiversität nach und gleichzeitig wollen uns die Wachstumsplaner paradoxerweise glauben machen, dass zum Wohl der Stadt die letzten Reste des städtischem Kulturlands überbaut werden sollen.

Beschwichtigend werden die Politiker nun anfügen, dass diese Zersiedlung heute und morgen noch nicht realisiert werde. Der Laie allerdings wundert sich, warum denn nicht konsquent auf diese verhängnisvolle Umzonung verzichtet werde, denn der Laie wird sich später an den Kopf greifen, weil seine Einsprache gegen eine störende Überbauung chancenlos ist, da ja alles zonenkonform sei und er sich viel früher hätte wehren müssen.

Mit Blick auf die Stadtpräsidiumswahlen müssen die Kandidatin und die Kandidaten zu dieser völlig verfehlten Einzonung Stellung beziehen; erwartet werden von ihnen allerdings nicht die üblichen Floskeln zum Umwelt- und Artenschutz, sondern Fakten zu einem solch fragwürdigen Vorhaben.

 

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