/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Faszinierende Fussballgeschichten

Kreuzlingen – Beim deutschen Fussballkulturpreis wurde dieses Jahr Daniel Kessler mit dem Fussball-Erinnerungspreis geehrt. Er beschäftigt sich seit fast 20 Jahren mit der Geschichte des FC Kreuzlingen und im Besonderen mit dem Grenzlandstadion.

Daniel Kessler mit Katrin Müller-Hohenstein bei der Preisverleihung. (Bild:zvg)

Herr Kessler, wie haben Sie die Preisverleihung am Freitag erlebt?
Es war aufregend und sehr beeindruckend. Mir ist bei der Verleihung erst richtig bewusst geworden, welch grosse Bedeutung der Preis hat. Vorgestellt wurde mein Projekt von Katrin Müller-Hohenstein, die Laudatio hielt Dr. Christof Siemes, dann wurde ich auf der Bühne interviewt.

Haben Sie denn damit gerechnet, den Preis zu erhalten? Es waren ja auch Projekte zu grossen Namen wie dem FC Bayern oder Schalke 04 im Rennen …
Nein, ich habe gar nicht damit gerechnet, es hat mich sehr überrascht. Es ist aber natürlich eine tolle Auszeichnung und Anerkennung für meine jahrelange sehr zeitintensive Arbeit. Die war auch einer der Gründe, warum ich gewonnen habe. Auch, dass ich die Geschichte des Vereins immer wieder mit aktuellen Ereignissen verknüpfte, kam gut an. Die Jury meinte, mein Projekt stand anfangs ziemlich als Aussenseiter da, aber je mehr sie sich damit beschäftigten, desto klarer stand ich als Sieger fest.

Wie haben Sie sich beworben?
Das Netzwerk Fussballkultur Schweiz hat mich darauf gebracht. Ich musste dann einen sehr ausführlichen Fragebogen beantworten und verschiede ne Arbeitsproben mitschicken. Auswahl hatte ich ja genug.

Wie kam es dazu, dass Sie sich für die Geschichte des FC Kreuzlingen interessieren?
Ich habe schon früh mit einer Gruppe von Leuten immer die Spiele des FC Kreuzlingen besucht. Da bekam man spannende Geschichten von früher mit. Die konnte ich aber nirgends nachlesen und so habe ich es mir nach und nach zur Aufgabe gemacht, alles zusammenzutragen und aufzuschreiben. Anfangs noch aus Fanperspektive ging ich mit der Zeit immer strategischer an die Arbeit.

Was macht die Geschichte des Grenzlandstadions an der Konstanzerstrasse so besonders?
Das Grenzlandstadion war damals neu und innovativ. Es hatte als zweites Stadion in der Schweiz und als eines der ersten in Kontinentaleuropa eine Flutlichtanlage. Auch haben dort Vereine aus ganz Europa gespielt, die sind damals wie Musikbands auf Tourneen gegangen und kamen so auch hier vorbei. Das zog natürlich grosse Zuschauermassen an.

Gibt es ein Ereignis im Grenzlandstadion, bei dem Sie gerne dabei gewesen wären?
Viele, ja. Es ist ja nicht nur spannend, was auf dem Spielfeld passierte, sondern auch das Drumherum, die Stimmung, die Leidenschaft. Als englische Vereine in Kreuzlingen waren, das hätte ich gerne erlebt. Ich bin auf einen Reisebericht des Managers von West Ham United gestossen, in dem er beschreibt, wie die Mannschaft Kreuzlingen besucht, und der Londoner von einem aussergewöhnlichen Verein am Bodensee schwärmt.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.