/// Rubrik: Leserbriefe

Wen kümmert’s?

Leserbrief – Es ist mir eigentlich egal, ob Sie mich oder uns als Papierkatholiken (ich bin evangelisch) betiteln, nur weil wir keine regelmässigen Besucher von der Kirche St. Ulrich sind, es gibt noch einige mehr. (Sonja Padula, Kreuzlingen)

(Bild: archiv)

Bezugnehmend auf einen Kommentar von Hanspeter Rusch in den Kreuzlinger Nachrichten 44 vom 2. November.

Es geht mir vielmehr darum, dass Sie behaupten, es wäre nicht wahr, was wir geschrieben haben. Wissen Sie, es sind nicht die besseren Katholiken, die jeden Sonntag in die Kirche rennen und frömmelen, man kann den Glauben trotzdem leben, jeder wie er will oder? Nun erst mal erwarte ich von einem Journalisten, dass er recherchiert, und zwar bei den Beteiligten selbst und nicht über Dritte. Ich kann mich nicht erinnern, dass Sie sich bei mir oder meiner Tochter erkundigt haben, um den Sachverhalt wahrheitsgemäss zu schreiben. Das wundert mich aber gar nicht.

Also beim Erstgespräch mit Herrn Jehle erklärte er, dass er keine Eucharestiefeier macht, es könnten ja evangelische oder Leute anderer Religionen unter den Gästen sein. Nun, meine Tochter weiss ganz genau, welcher Konfession ich angehöre. Das Problem haben Sie missverstanden, jedoch wäre bei einer persönlichen Besprechung auch Ihnen klar geworden, dass nicht die nichtgewollte Eucharestiefeier, sondern die Aussage, dass es evangelische unter den Gästen haben könnte, denen keine Kommunion gebührt, das Kopfschütteln verursacht hat! Das geht ja wohl gar nicht. Ich habe gelernt, vor Gott sind alle gleich oder nicht? Ist das christlich? Dann schreiben Sie noch, es gehe darum «eine Show abzuziehen»? Ich möchte Ihnen sagen, es ging darum, dass eine hervorragende Sängerin vier Lieder gesungen hat. Wenn das für Sie «Show abziehen» ist,dann sind auch Sie vermutlich sehr weltfremd. Zudem denke ich, es ist nicht unchristlich, eine schöne Messe mit fröhlichen modernen Liedern zu gestalten! Man denke da nur an die Gospelsänger oder? Man hat dann die Lieder auf das Ave Maria sowie Halleluja beschränkt. worauf Herr Jehle sagte, Halleluja geht nicht, es sei zu wenig liturgisch! Also wenn man das Halleluja nicht in einer Kirche singen darf oder kann, dann frage ich mich wo dann? Und dabei, Herr Rusch, sehe ich mich nicht als Besserwisser! Wie haben denn Sie recherchiert, Herr Rusch? Solch eine Recherche ist ja wohl kaum ernst zu nehmen. Also wenn Sie jedes Thema so wahrheitsgetreu und zuverlässig schreiben, frage ich mich, ob Ihre Artikel nicht eher in ein Micky-Maus-Heftli gehören. Sie unterstellen uns, wir seien Papierkatholiken, Verleumdung und Showgehabe? Nun, zu guter letzt, Herr Rusch: Mein Mann und ich wurden vor 32 Jahren in der Kirche St. Ulrich katholisch mit Eucharestiefeier getraut! Obwohl ich evangelisch bin und bleibe. Dies ist ein erheblicher Rückschritt und sehr traurig! Offenbar ist unser Vorfall nicht der einzige gewesen, sonst wäre Herr Jehle bestimmt nicht freigestellt worden. Wie Sie so schön geschrieben haben, irgendwann stehen alle vor dem höchsten Richter! Ich wünsche allen eine schöne Zeit und wen kümmert’s Herr Rusch?

Share Button

Ein Gedanke zu „Wen kümmert’s?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.