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«Es ist schön, gegrüsst zu werden»

Ermatingen – Mit Roberto Blancos Hits ist man aufgewachsen. Hört man die Zeilen von «Ein bisschen Spass muss sein», hat man sofort ein Lächeln im Gesicht – und das kommt nicht von Ungefähr. Der 80-jährige Entertainer macht dieses Motto zum Programm und bringt Freude unter die Menschen. Seit einem Jahr lebt er hier in der Region. Wir haben ihn zum Gespräch in Ermatingen getroffen und uns über sein Leben unterhalten.

Der Showmaster Roberto Blanco wohnt in Ermatingen und fühlt sich dort sichtlich wohl. (Bilder: Jette Marie Schnell)

KreuzlingerZeitung: Herr Blanco, Sie wohnen nun seit einem Jahr in Ermatingen. Wie gefällt es Ihnen ?
Roberto Blanco: Sehr gut! Ich geniesse die Ruhe, da ich viel unterwegs bin. Aber auch die Landschaft hier am See ist wunderbar und die Leute sind alle sehr nett.

Wieso sind Sie viel unterwegs? Sind Sie nicht im Ruhestand?
Aber nein! Ich habe noch viele Auftritte in Fernsehshows und produziere gerade zwei neue CDs. Da bin ich viel auf Tour. Wieso sollte ich im Ruhestand sein?

Nun ja, Sie sind immerhin 80 Jahre alt …
Also hören Sie mal! Das ist doch kein Grund aufzuhören. 80 ist eine Nummer, mehr nicht. Man ist doch immer so alt, wie man sich fühlt!

Und wie alt fühlen Sie sich?
Ganz ehrlich? 40! Keinen Tag älter.

Das glaubt man Ihnen in der Tat sofort. Wie halten Sie sich so fit?
Nun ja, ich lebe! Natürlich achte ich auf meine Gesundheit. Ich rauche nicht, trinke ab und an ein Gläschen Wein, aber nicht im Übermass und ich mache meine Gymnastikübungen. Dafür habe ich ein Spezialtrampolin. Aber das Wichtigste ist eine positive Einstellung und viel Lachen!

Ist es nicht anstrengend im Showbusiness zu arbeiten?
Nein. Ich wollte immer berühmt werden und das habe ich geschafft. Ich geniesse es sehr. Sehen Sie, man hat ständig nette Gespräche, wird freundlich gegrüsst, die Leute freuen sich, wenn sie mich sehen – was könnte es Schöneres geben? Wenn ich das nicht mögen würde, wäre ich Missionar in Afrika geworden und nicht ins Showbusiness gegangen.

Sie haben gerade eine Biografie veröffentlicht, in welcher Sie Ihr Leben beschreiben.
Ja, ich wurde in Tunesien geboren, bin im Libanon, Ägypten und in Griechenland aufgewachsen und habe durch meine Arbeit die ganze Welt bereist. Somit habe ich viele Kulturen und Menschen kennengelernt. Darüber wollte ich schreiben. Die Menschen sagen oft: «Wow, was du alles erlebt hast!» Dafür müssten andere vier oder fünf Mal leben.

Sie haben auch viele Stars getroffen. Welche Begegnung hat Sie am meisten beeindruckt?
Als Kind war ich beim Papst. Als ich zurückkam in mein katholisches Internat, habe ich behauptet, dass er alle grüssen lässt. Das war natürlich die Sensation!

Hat sich Ihre Welt in den letzten Jahrzehnten verändert?
Sehr! Früher hatte ich Fernsehshows mit 49 Prozent Marktanteil, denken Sie an die Hitparade oder den Goldenen Schuss! Das gibt es heute gar nicht mehr. Alle sind im Internet unterwegs … Aber ich mache trotzdem weiter. Mit meinem Namen und meinem Talent.

Nehmen Sie jedes Angebot an?
Um Gottes Willen, nein! Neulich habe ich eine Anfrage vom Dschungel Camp bekommen. Sie haben mir eine grosse Summe angeboten. Das klingt verlockend, jeder braucht Geld, aber nach fast 62 Jahren im Showbusiness muss ich keine Kakerlaken essen. Ich kann mich auf andere Dinge konzentrieren. Ich bin zu einhundert Prozent bekannt! Letzte Woche war ich in Zürich auf einer Automesse. Die Leute haben alle mich fotografiert und nicht die Rennwägen!

Werden Sie auch hier erkannt?
Ja natürlich! Jeder kennt mich hier. Wenn ich morgens zum Bäcker gehe, werde ich auf der Strasse gegrüsst. Das ist wunderbar!

Wie kamen Sie auf Ermatingen?
Das war ein Zufall. Vor zwei Jahren war ich bei der Schlager-Show «Hello Again!» in Kreuzlingen und es hat mir und meiner Frau gut gefallen hier. Viele Stars leben ja hier in der Region. Ruth Maria Kubitschek zum Beispiel. Ich dachte mir, sie hat einen guten Geschmack, da kann es nur gut sein, hier zu wohnen. Meine Frau hat dann ein schönes Haus gefunden, hier in Ermatingen.

Wohin gehen Sie hier gerne in den Ausgang?
Am liebsten bin ich zu Hause. Meine Frau kocht gerne, und wenn wir viel unterwegs waren, ist es am Schönsten, wenn man die Ruhe geniessen kann. Ich gehe aber auch gerne in Restaurants hier am See oder besuche Freunde. Neulich hat mich zum Beispiel Dani Felber angerufen und zum Essen eingeladen. «Was soll ich kochen, Roberto?», hat er gefragt.

Und was haben Sie gesagt?
Geschnetzeltes mit Rösti!

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