/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Bahn frei für Autos

Kreuzlingen – Keine 30er-Zone mehr, breitere Strassen, Velostreifen und dennoch Gelder aus Bern: Bei der Sanierung und Aufwertung der Romanshornerstrasse nimmt der Stadtrat Lehren aus der ersten verlorenen Abstimmung mit in die Botschaft auf.

Der Dorfkern von Kurzrickenbach soll aufgewertet werden und von Fussgänger, Velofahrer und Autos gleichwertig genutzt werden können. (BIld: zvg)

Die viel befahrene Romanshornerstrasse ist in einem schlechten Zustand und bedarf einer Sanierung. Da weitere betriebliche Mängel bezüglich Sicherheit und Aufenthaltsqualität an der Strasse zwischen Kreisel Blauhausplatz und Ziilkreisel vorhanden sind, entschloss sich der Kreuzlinger Stadtrat für eine komplette Aufwertung der Kantonsstrasse. Anfangs Jahr lehnte der Stimmbürger das Projekt aber ab: «Die Botschaft scheiterte vor allem an der geplanten Fahrbahnverschmälerung sowie an der Aufhebung der Velostreifen», resümierte der zuständige Stadtrat Ernst Zülle vom Departement Bau. Die Kritik ist beim Stadtrat angekommen und floss nun in die zweite Botschaft mit ein. Die Mittelstreifen für einfaches Linksabbiegen bleiben bestehen, wie auch die Erneuerung der Bushaltestellen. Dabei soll der Bus immer noch als «Pulkführer» den Verkehr flüssig halten.

Diesmal gibt es jedoch keine grösseren Trottoirs, sondern die Fahrbahn bleibt meistens bei acht Metern Breite samt 1,25 Metern Velospur. Auch die 30er-Zone im Dorfkern Kurzrickenbach ist Geschichte. Dennoch sollen Fussgänger, Fahrräder, Parkplätze und Autos Platz haben. «Bereits heute beträgt die durchschnittliche Geschwindigkeit nur 39 Stundenkilometer», so Zülle. Mit einem zwei Meter breiten Mittelstreifen sollen Fussgänger die Strasse gefahrlos queren können.
Durch diese Neugestaltung verspricht sich die Stadt immer noch Gelder aus dem Agglomerationsprogramm. So wird in der Botschaft mit 880000 Franken aus Bundesbern gerechnet, die restlichen Kosten von 5,5 Mio. Franken teilen sich Kreuzlingen und der Thurgau. «Es ist uns wichtig, dass die Stimmbürger die Romanshornerstrasse gutheissen. Dann kann sie als Vorbild für andere sanierungsbedürftige Strassen dienen», so Zülle.

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