/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Anfang und Ende eine Schulkarriere

Kreuzlingen – An der pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen kreuzten sich die Wege von Interessenten und Absolventen. (Inka Grabowsky)

Joana Rutishauser hat einen Reiseführer für Kreuzlingen geschrieben. (Bild:zvg)

Eine Woche lang haben 168 interessierte Schülerinnen und Schüler aus dem ganzen Thurgau und aus Appenzell die PMS unter die Lupe genommen. Rechtzeitig vor dem Anmeldeschluss am 2. Dezember besuchten die Teenager einzelne Unterrichtsstunden, sahen sich die Wohnmöglichkeiten im Konvikt an, informierten sich über die Kunst- und Sportklasse und über das Matura-Plus Konzept, bei dem eine pädagogische Grundausbildung in die Matura integriert wird. Noch während der potentielle Nachwuchs seine Schnuppertage absolvierte, begann für 115 ihrer Vorgänger das Ende der Schulzeit: Die Viertklässler präsentierten am Wochenende ihre Maturaarbeiten.

Kreuzlingen im Fokus
Die selbstgewählten Themen stammten aus allen erdenklichen Bereichen. Der Schulstandort in Kreuzlingen kam dabei nicht zu kurz. Emma-Emily Wolf zeigte beispielsweise ihr Projekt «Kreuzlingen, erzähl mal», bei dem sie normalerweise nur mündliche weitergegebene Geschichten über die Stadt gesammelt hat. Joana Rutishauser aus Berg hat einen eigenen

Eric Vonlanthen faszinierte mit seiner Chemieshow. (Bild:zvg)

Reiseführer mit dem Titel «Kreuzlingen – langweilig ist anders» geschrieben. Als sie ihn in Form einer kurzen Stadtführung vorstellte, folgten ihr die Zuhörer begeistert. «Ich habe für das Buch Wissen über Dinge vertieft, die ich aus dem Alltag kannte», erklärt sie. «Nun finden Abenteurer, Sportskanonen, Kunstinteressierte, Wasserratten, Schatzsucher und Geniesser für sie massgeschneiderte Informationen.» Anna Krebs hat ein Jahr lang Methoden evaluiert, mit denen Asylsuchende schneller Deutsch lernen können. Zu dem Zweck unterrichtete sie in der Lernwerkstatt des Agathu in der Brückenstrasse und wertete aus, ob Frontalunterricht, partnerschaftliches Lernen, Lernen über Versuch und Irrtum oder über den Dialog die besten Ergebnisse bringen. Entscheidend seien Naturell und kultureller Hintergrund der Schüler, meinte sie. Ihr Schüler Nassim war jedenfalls voll des Lobes. «Ich habe dank des Unterrichts eine Lehrstelle gefunden und eine Ersatzfamilie.»

Grosse Vielfalt

Anna Krebs hat Flüchtlinge wie Nassim aus Afghanistin unterrichtet. (Bild:zvg)

Patricia Wehrle aus Schönholzerswilen setzte sich mit dem Steuersystem der Schweiz auseinander und verglich es mit Deutschland. Nach umfassenden Recherchen und Umfragen in beiden Ländern kann sie nun sagen, dass die Schweizer – trotz gelegentlicher Klagen – mit ihrem System zufrieden sind. Markus Giger aus Hundwil (AR) beschäftigte sich mit der Hungerkatastrophe seiner Heimat in den Jahren 1816/17, die von einem gewaltigen Vulkanausbruch in Indonesien ausgelöst worden war. Er wies nach, dass einige der dadurch angestossenen gesellschaftlichen Entwicklungen bis heute nachwirken. Einige der Präsentationen hatten grossen Unterhaltungswert. Auch Konzerte, Kunstausstellungen und Tanzvorführungen können zur Matura führen. Mit seiner Chemieshow stellte Eric Vonlanthen aus Brüschwil unter Beweis, dass Wissenschaft und Kreativität sich keinesfalls ausschliessen. Der Rektor der PMS, Lorenz Zubler, war nach zwei Tagen voller beeindruckender Vorträge jedenfalls hoch zufrieden mit den gezeigten Leistungen: «Die Präsentation der Maturaarbeit ist ein spezieller Moment für unsere Schülerinnen und Schüler. Um sich ein Jahr lang intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen, muss man nicht nur neugierig und beharrlich sein, sondern sich vor allem auch immer wieder selbst motivieren.»

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