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Ruhe kehrt nur langsam ein

Kreuzlingen – Die Wogen in der katholischen Kirchgemeinde sind noch nicht ganz geglättet. Ein Antrag auf geheime Abstimmung über das Budget 2018 sowie ein flammender Appell für Pfarrer Alois Jehle machten dies deutlich. (Kurt Peter)

Die Stimmung in St. Ulrich ist immer noch nicht vollständig aufgetaut. (Symbolbild: Gerda Imesch)

95 Stimmberechtigte konnte Kirchgemeindepräsident Beat Krähenmann am Montagabend im Stefanshaus zur Budgetversammlung begrüssen. Pfleger Simon Tobler präsentierte einen Voranschlag, der ein Defizit von 280’000 Franken vorsieht. Dies sei auf ausserordentlich hohe Abschreibungen und ein deutlich gesteigertes Engagement in der Jugendarbeit zurückzuführen, erklärte Tobler. Ausfälle gebe es bei der Quellensteuer, da hier eine Neudefinition bei den Pflichtigen zu tragen komme. Sei bisher die Quellensteuer automatisch den Landeskirchen zugeflossen, müssten die Steuerpflichtigen neu erklären, ob sie Angehörige der Kirche seien. Auf 100’000 Franken bezifferte der Pflege den zu erwartenden Ertragsausfall.

Racheakt gegenüber der Vorsteherschaft
Nach den Erläuterungen stellte David Blatter einige Fragen zum Budget. «Ich habe Mühe damit», meinte er und sprach von «wünschenswerten Positionen». So wollte er beispielsweise wissen, wie viel ein einzelner der neu zu beschaffenden Bürostühle koste. Er kritisierte auch die budgetierten Anwaltskosten und wollte wissen, wie hoch die Beiträge zur Wallfahrt nach Polen seien. Schliesslich stellte er den Antrag, geheim über das Budget abzustimmen. «Das ist ein Ordnungsantrag und bedingt eine Zustimmung von 25 Prozent der Stimmberechtigten». Dem Antrag wurde in der Folge mit den nötigen Stimmen stattgegeben. Bruno Schlauri kritisierte das Vorgehen: «David Blatter hat keine Anträge zu einzelnen Budgetposten gestellt, das Prozedere hat den Zweck, das Budget bachab zu schicken». Er sah gar einen «Racheakt gegenüber der Vorsteherschaft». Die Abstimmung brachte ein deutliches Resultat: Mit 73 Ja- gegen 22 Neinstimmen wurde das Budget genehmigt. Der gleichbleibende Steuerfuss von 16 Prozent wurde einstimmig gutgeheissen.

«Es wird keinen Frieden geben»
Die Budgetdebatte hatte Sandor Losoncz zum Anlass genommen, die Kirchenvorsteherschaft darauf aufmerksam zu machen, dass «die Genesungszeit von Alois Jehle zu berücksichtigen ist». Alois Jehle sei krank, auch wenn er selbst dies nicht zugebe. «Er wurde durch Mobbing krank gemacht. Dieses Mobbing haben wir verursacht durch Intrigen, Zeitungsberichte, Interneteinträge. Das geht gar nicht». Bischof Felix Gmür habe seinen Pfarrer Jehle einfach fallen lassen. «Es wird solange keinen Frieden geben, solange dieses dreckige Situation mit Pfarrer Jehle ungelöst bleibt», sagte Losoncz. Die Vorsteherschaft ging auf diesen Appell für Alois Jehle nicht ein, Simon Tobler erklärte lediglich, dass die Lohnfortzahlung für Alois Jehle bis 30. Juni 2018 im Budget enthalten sei. Antoinette M. Levenz wurde anschliessend in die Revisionskommission gewählt. Das Projekt Umbau Kirchplatz und Parkplatz St. Stefan sei fortgeschritten, mit dem Bau werde im Juni 2018 begonnen, informierte Simon Tobler anschliessend. Bei der Renovation des Priesterhauses Bernrain werde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, das Resultat «präsentieren wir im Herbst 2018, die Urnenabstimmung folgt Ende 2018 oder Anfang 2019», so Simon Tobler abschliessend.

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