/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Ein Event der das Publikum bewegte

Kreuzlingen – Digitale Dienstleistungen werden von Menschen über 65 aufgrund ihrer Effizienz und der Ortsunabhägigkeit genutzt, Männer tun dies öfter als Frauen und es besteht Skepsis bezüglich des Datenschutzes. Dies und noch mehr zeigt die Studie «Digitalisierung und Alter» der FHS St. Gallen, deren Ergebnisse am TTT-Forum vom 20. November in Berlingen präsentiert wurden.

Beim TTT-Forum wurde über Digitalisierung im Zusammenhang mit dem Alter gesprochen. (Bild: zvg)

Rund 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung des Think Tank Thurgau zum TTT- Forum 2017. Im Zentrum stand die Studie «Digitalisierung und Alter – zur Nutzung digitaler Dienstleistungen bei Menschen 65+, die von der FHS St. Gallen erarbeitet und am Wissenschaftskongress unter dem Patronat des Think Tank Thurgau am 13. September in Stein am Rhein vertieft worden war.

Nach der Begrüssung durch Stiftungsratspräsident Matthias Mölleney, stellte Prof. Dr. Sabina Misoch, Leiterin des Interdisziplinären Kompetenzzentrums Alter der FHS St. Gallen, die Studie und deren Ergebnisse im Detail vor. Am häufigsten nutzen Seniorinnen und Senioren das Internet, um nach Informationen zu suchen. Auf Rang 2 und 3 der meist genutzten digitalen Dienstleistungen liegen der Bankomat und das E-Banking. Dieses Ranking deckte sich auch mit der Umfrage, die vor Ort mit dem Publikum durchgeführt wurde. Durch die ganze Studie zogen sich dieselben Gruppenunterschiede: Männer nutzen digitale Dienstleistungen häufiger als Frauen, über 80-Jährige haben deutlich weniger Interesse, aber mehr Skepsis gegenüber digitalen Dienstleistungen.

Engagierte und emotionale Statements aus dem Publikum
In der anschliessenden Podiumsdiskussion mit Matthias Mölleney, Prof. Dr. Sabina Misoch und Thomas Merz, Stiftungsrat des Think Tank Thurgau und Medienpädagoge an der PHTG, war gerade die Skepsis gegenüber dem Datenschutz immer wieder ein Thema. Das Publikum zeigte sich überrascht, wie viele Studienteilnehmer sich bei der Nutzung von digitalen Dienstleistungen wohl fühlen, wenn gar nicht klar ist, welche Gefahren in der vernetzten Welt tatsächlich lauern. Es wurde die Frage in den Raum gestellt, ob sich die Leute aufgrund fehlenden Wissens in falscher Sicherheit wägen.
Verschiedene Personen riefen aber auch dazu auf, die Chancen der Digitalisierung nicht zu übersehen. Man erwarte neue Geschäftsmodelle, die dafür sorgen, dass Seniorinnen und Senioren im Umgang mit digitalen Dienstleistungen geschult werden. Teilnehmer berichten, dass im Thurgau und im Kanton Zürich bereits solche Modelle in Form von Nachbarschaftshilfen bestünden.
Der Think Tank Thurgau blickt auf einen äusserst erfolgreichen Event zurück. Es hat sich gezeigt, dass mit der Digitalisierung ein Metathema aufgegriffen wurde, dass die Thurgauer Bevölkerung intensiv beschäftigt. Nach der Wirtschaft und dem Alter widmet man sich im nächsten Jahr der Thematik «Digitalisierung und Bildung».
Die Ergebnisse der Studie «Digitalisierung und Alter» sind unter http://www.thinktankthurgau.ch/Anlaesse/TTT-Forum-2017.html erhältlich.

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