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Jesus Christ Superstar rockt Konstanz

Konstanz – Die weltbekannte Rockoper «Jesus Christ Superstar» ist heute erstmals in Konstanz zu sehen. Die hochkarätige Inszenierung von Regisseur Ingo Putz verspricht zeitlose Geschichte, eingängige Texte und packenden Sound. Die Premiere ist bereits ausverkauft.

Jesus Christ Superstar erzählt musikalisch von den letzten sechs Tagen im Leben Jesu. (Bild:Theater Konstanz/Bjørn Jansen)

Die letzten sechs Tage im Leben Jesu werden von Andrew Lloyd Webber in seiner Rock-Oper «Jesus Christ Superstar» musikalisch dargestellt. Mit den Gesangstexten von Tim Rice gelingt mit Rock, Soul und Balladen eine neue Darstellung der ursprünglich biblischen Geschichte.
Der Stoff des 1971 erschienenen Stückes ist für Regisseur Ingo Putz noch heute aktuell. Die Armut und das Elend der Welt wird vom westlichen Europa ignoriert, es bleibt vor den Landes- bzw. Kontinentalgrenzen zurück. Jesus aber hatte eine andere Sicht, er war kritisch gegenüber Handeltreibenden, wie in der Tempelszene deutlich wird, und kritisierte immer wieder die Oberschicht.

Diese 2000 Jahre alte Denkweise wird durch die Inszenierung am Theater Konstanz lebendig und regt mit modernen Elementen zum Nachdenken an. Putz lässt die Aktualität in seine Arbeit einfliessen. Die Menschlichkeit des Jesus Christus wird im Stück deutlich. Durch den Judas, dessen Zweifel an Jesus offenbar werden und der Kritik übt. An Jesus Zuneigung zu Maria Magdalena wird gezeigt, dass er ein Mensch mit körperlichem Nähebedürfnis ist. Das Stück versucht so den menschlichen Teil Jesu darzustellen. Jesus göttliche Seite bleibt geheimnisvoll. Die Frage nach dem Messias, der die Massen bewegt klingt dennoch an.

Die Konstanzer Inszenierung
Tobias Schwencke, der musikalische Leiter der Produktion, betont das interessante Arrangement des Werkes, das mehr an eine Oper als ein Musical erinnert. Die wiederkehrenden Motive sind eingängig und vielfältig.

Das Stück, dass es in drei Fassungen unterschiedlicher Grösse gibt, wird in der Kleinsten mit einer Band aus Saxophon, Geige, Keyboard, Bass und E-Gitarre aufgeführt. Der eigene Weg einer Produktion am Konstanzer Theater, an dem seit sieben Jahren kein Musical mehr aufgeführt wurde, scheint gesucht und gefunden. Glück ist es, dass die talentierten Schauspieler des Theater Konstanz sehr gute Sänger sind. Ergänzt werden sie von einem aufwendig gecasteten Chor aus Musicaldarstellern. Auch treten Statisten aus Konstanz auf.
Die Herausforderung der Inszenierung wird von einer fantasievollen Choreografie und einem kreativen Bühnenbild abgerundet. Das Stück verspricht eine reizvolle Grenzerfahrung zu werden. Insgesamt sind 18 Aufführungen am Theater Konstanz und eine am 18.Dezember im Kurtheater Basel geplant.
www.theaterkonstanz.de

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