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Tägerwilen entscheidet über Linie 907

Tägerwilen – An der Gemeindeversammlung vom 5. Dezember entscheidet die Tägerwiler Gemeindeversammlung über sechs bedeutsame Traktanden, darunter die Zukunft der Buslinie 907.

Gemeindepräsident Markus Thalmann informierte die rund 60 Anwesenden in der Bürgerhalle über die Traktanden der Gemeindeversammlung. (Bild: sb)

Mindestens zwei Mal im Jahr treffen sich die Tägerwilerinnen und Tägerwiler zur Gemeindeversammlung. Stehen bedeutsame Themen an, dann gibt es vorab eine öffentliche Informationsveranstaltung, die der Meinungsbildung dient. Ein solches Politikum ist die geplante Eliminierung der Buslinie 907 nach Tägerwilen, die der Kanton beschlossen hat. Wollen Kreuzlingen und Tägerwilen das Angebot in ähnlicher Weise aufrecht erhalten, müssten sie jährlich jeweils rund 95’000 Franken zusätzlich hinblättern. Gegner der Buslinie finden das zu viel, denn der Bus wird hauptsächlich zu Stosszeiten genutzt.

Gratis Dorfbus als Option
An der Infoveranstaltung teilte der Tägerwiler Gemeindepräsident Markus Thalmann mit, dass der 907er 2016 dennoch 172’600 Kunden beförderte. Das wären 472 pro Tag. Die Tägerwiler haben nun drei Varianten zur Wahl. 175’000 Franken statt bisher 80’000 würde es kosten, den Bus mit neuer Linienführung bei gleichen Fahrzeiten weiter zwischen Kreuzlinger Stadtbahnhof und Tägerwilen laufen zu lassen. Rund 150’000 Franken würde es kosten, einen eigenen Kleinbus im Halbstundentakt jeweils zweieinhalb Stunden morgens und Abends auf die Runde zu schicken. Dieser eigene Dorfbus wäre gratis für jedermann, weil es zu aufwändig wäre, diesen «Mini» in das Tarifsystem einzugliedern. Dritte Variante wäre die Streichung.
Egal, wie die Versammlung am 5. Dezember entscheidet: Vorerst würde das neue System für vier Jahre auf Probe gelten. In Kreuzlingen kommt das Thema demnächst in den Gemeinderat.

Häuslebauer unterstützen
Landgeschäfte stehen ebenfalls auf der Tageordnung. So hat die Gemeinde Land im Roosegarten gekauft, und benötigt nun die Erlaubnis, dieses zu einem Preis von 600 Franken pro Quadratmeter wieder zu verkaufen. Auf drei Parzellen könnten drei Einfamilienhäuser entstehen und so «drei Tägerwiler Familien glücklich machen», erklärte Gemeindepräsident Thalmann. Bewerben können sich Schweizer Familien, bei denen mindestens ein Elternteil einen engen Bezug zu Tägerwilen hat. Bisher hätten sich, ohne Werbung, 15 Interessenten gemeldet. Das Los wird entscheiden müssen. Der Gemeinderat könnte auch an den Meistbietenden verkaufen, aber «bei dieser Preistreiberei machen wir nicht mit», so Thalmann.
Auf viel Interesse stiess auch die geplante Einzohnung mit anschliessendem Kauf von insgesamt 11’785 Quadratmetern Land nördlich der Kompostieranlage. Die Gemeinde will das Land als Reserve erwerben, beispielsweise für Industrieerweiterungen. Auch könnte hier ein neuer Werkhof mit Annahmestelle entstehen.

Steuern bleiben gleich
Die Stimmberechtigten entscheiden ausserdem über das Budget, welches mit einem Verlust von 360’000 Franken bei gleichbleibendem Steuerfuss von 35 Prozent rechnet. Bei den Investitionen sind unter anderem 200’000 Franken vorgesehen, um einen drei Meter breiten Radweg durchs Tägermoos zu teeren. Die Arbeiten sollen im Winter 2018 beginnen.

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