/// Rubrik: Leserbriefe

Einbürgerungsgesetz – Ich nix verstehen!

Leserbrief – Vordergründig verlaufen die Fronten im Streit um das geforderte Niveau der Kompetenzen in deutscher Sprache bei Einbürgerungen sehr genau entlang der Links-Mitte-Rechts Grenze. Solch konsequent blockweises Stimmverhalten lässt aufhorchen und vermuten, dass eine Frage stark parteipolitisch aufgeladen ist. (Reto Lagler, Kantonsrat CVP)

(Bild: archiv)

Ansonsten gäbe es bei den liberalen Rechten und konservativen Mittepolitikern, zu denen ich mich selbst zähle, abweichendes Stimmverhalten. Die SVP hat das Thema jedoch fernab von einer inhaltlichen Betrachtungsweise zu einer Frage des politischen Profils erhoben. Mit diesem geschickten Schachzug unter Druck gesetzt, durfte die FDP natürlich keine differenzierte Position mehr einnehmen, sondern musste konsequent ihr rechtes Wählerpotential bedienen. Eigentlich schade, dass dabei so ein Hick-Hack entstehen musste. Die inhaltlichen Eckwerte sind nämlich von der Mitte bis weit nach Rechts identisch: Jemand der eingebürgert werden will, muss gut integriert sein und dazu muss er unsere Sprache sprechen! Mein Massstab ist folgender: Ich will mich mit einer einbürgerungswilligen Person auf Mundart oder in Schriftsprache über jedes wichtige Thema der Gesellschaft unterhalten können. Dabei zählt, ob wir uns verstehen können und nicht, ob es sich um ein grammatikalisch korrektes Deutsch handelt. Mir ist die engagierte und gut integrierte Arbeiterfamilie allemal lieber, als der kaum integrierte, jedoch korrekt Deutsch sprechende Akademiker!

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