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Kreditantrag für Badi-Sanierung

Kreuzlingen – Die Seebadi Bottighofen soll einen neuen Kiosk und Sanitäre Anlagen bekommen, denn die alte Infrastruktur ist dringend sanierungsbedürftig. Für den Kiosk sucht die Gemeinde Pächter.

Bisher war der Kiosk in einer Garage untergebracht. (Bild: zvg)

Ein Kioskbetrieb in der Badi ist stark wetterabhängig. Bei schönem Wetter brummt’s und die Badegäste stehen Schlange für Süssigkeiten, Snacks, Getränke oder Glacé. Schieben sich Wolken vor die Sonne oder regnet es gar, bleiben die Stühle und Tische leer. Deswegen seien Flexibilität neben der Erfahrung und einem ausgefuchsten Betriebskonzept die wichtigsten Anforderungen an die Bewerber, sagt der Bottighofer Gemeindepräsident Urs Siegfried. Vergangene Woche wurde das Stellengesuch veröffentlicht.

Auch Sandra Stampfer und ihr Lebensgefährte bewerben sich. Seit 2013 haben die beiden den Saisonbetrieb in der Garage des bestehenden Backsteinhäuschens in der Seebadi Bottighofen geführt, allerdings im Auftragsverhältnis. Sie mussten keine Pacht bezahlen, erledigten aber im Gegenzug andere Aufgaben wie das Öffnen der Schranke, die nachts den Autos die Zufahrt zum Parkplatz verunmöglicht, die Kontrolle der Toiletten und das Aufräumen der Badiwiese.
«Es ist ein strenger Job», sagt Stampfer. «Kein Job für jeden. Aber einer, der Spass macht.» Das Freibad ist jeweils von April bis September geöffnet. Im Winter arbeitet Stampfer in einem anderen Beruf.

Dass die Infrastruktur saniert werden muss, steht indes schon länger fest. Die Situation im Kiosk sei grenzwertig und wurde von der Lebensmittelkontrolle des Kantons nur zähneknirschend und mit dem Versprechen einer Verbesserung geduldet, sagt Gemeindepräsident Siegfried. Auch die Toiletten an der Seite des Häuschens konnten die gesetzlichen Vorgaben schon länger nicht mehr erfüllen.

Kosten: 600’000 Franken
Geplant ist, das Backsteinhäuschen abzureissen und an gleicher Stelle einen modernen Kiosk in Holzmodulbauweise, vergleichbar mit dem Gebäude in der Tägerwiler Badi, zu erstellen. Keine grosse Küche, aber eine zeitgemässe Einrichtung mit Lager und begehbarer Kühlzelle soll es geben. In einen weiteren Holzbau, nördlich des Eingangs, kommen Garderoben, Umkleidekabinen, Duschen und WCs sowie eine behindertengerechte Toilette. Die Gemeindeversammlung am 5. Dezember entscheidet über den Kreditantrag von 600’000 Franken. Ein modernes Gebäude werde sicher mehr Möglichkeiten bieten als das bestehende, ist sich die bisherige Kioskleiterin sicher, und hofft: «Wir würden gerne weitermachen.» Bis 15. Dezember kann man Bewerbungen einreichen.

Im Pachtvertrag will die Gemeinde diverse Auflagen verankern. Ausserdem fliesst mit der Pacht ein Ertrag in die Kasse. Details könne Siegfried aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. «Erst müssen wir einen Bewerber finden, der uns überzeugt, dann klären wir die Einzelheiten.»

Gemeindeversammlung: Ausserdem entscheidet die Bottighofer Gemeindeversammlung am Dienstag, 5. Dezember, 20 Uhr, im Dorfzentrum über das Budget 2018 und den Steuerfuss, der bei 36 Prozent bleibt. Die Projektgruppe und die Gemeindebehörde von Bottighofen schlagen den Stimmberechtigten desweiteren ein Pilotprojekt für die Schaffung von Hortplätzen für eine Dauer von drei Jahren vor. Beantragt wird eine Defizitgarantie von 240’000 Franken. Wenn das Projekt erfolgreich ist, wird es etabliert.

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