/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

Von jeder Himmelsrichtung aus erreichbar

Kreuzlingen – Der Projektsieger für die Sanierung und Erweiterung des evangelischen Kirchgemeindehauses steht fest. Mit feinen Anpassungen im Innen- und Aussenbereich soll das Haus im Prä­rie-Stil fit für die Zukunft gemacht werden.

Blick von der Firma Rausch aus: Über die derzeitige Wiese soll ein Zugang zum Kirchgemeindehaus entstehen. Dieses wird zudem aufgestockt. (Bild: zvg)

«Es tropft bereits von der Decke und wir müssen Kübel aufstellen», zeigt Thomas Leuch, Präsident der evangelischen Kirche, den Sanierungsbedarf des Kirchgemeindehauses auf. Der markante Bau an der Bärenstrasse wurde in den 60er Jahren erstellt und ist in die Jahre gekommen. «Wir wollen eine seriöse Sanierung durchführen, welche für die nächsten Jahrzehnte hält», so Leuch.

Dieses Jahr genehmigte die Kirchgemeinde einen Kredit über 150’000 Franken, um einen Architekturwettbewerb auszuschreiben. Mit dem Projekt «Learning from Oak Park» des Frauenfelder Architekturbüros Lauener + Baer konnte nun ein Gewinner gefunden werden.

«Ich habe selbst meinen Konfirmanden-Unterricht in diesen Räumen verbracht», zeigt Architekt Brian Baer seine Begeisterung für das Gebäude im Prä­riehaus-Stil. Der Charakter dieses architektonischen Zeitzeugen der Nachkriegszeit soll deshalb erhalten bleiben. «Wir wollen einen möglichst kleinen Fussabdruck am Gebäude hinterlassen», so Baer.

Die ehemalige Messmerwohnung im Südteil wird abgerissen und mit einem Trakt, der sich nahtlos in die Fassade einfügt, erweitert. Dieser wird um so einen Konferenzraum mit einer Rundumsicht aufgestockt. Das Innere wird heller gestaltet und mit einer klaren Raumaufteilung versehen. Es entstehen fixe Schulungsräume und ein Empfang am Eingang.

Dieser soll die Orientierung im Kirchgemeindehaus erleichtern. «Die Wegführung sorgt aber auch aussen immer wieder für Verwirrung», sagt Sabine Kusch, Mitglied der Baukommission. Über die Wiese im Süden soll neu ein breiter Weg führen. Der Zugang von Norden über das Alterszentrum bleibt dabei bestehen.

Eine zentrale Frage im Projekt war der Umgang mit dem Aussenraum. Um diese zu beantworten, wurde der Landschaftsarchitekt Martin Klauser zu Rate gezogen. «Eine solche Grosszügigkeit an Platz findet man heute fast nicht mehr in Städten», so der Experte, welcher versucht hat, die Topografie und den Baumbestand auf der Wiese zu erhalten. Zudem setzte Klauser sich für eine klare Abgrenzung zum Friedhof ein.

Wieviel die Sanierung samt Erweiterung kosten wird, steht noch nicht fest. Als nächstes muss ein Projektierungskredit an der Kirchgemeineversammlung Ende Mai gesprochen werden. Läuft alles nach Plan, wird 2020 gebaut.

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