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Centro Italiano will Eventhalle

Kreuzlingen – Am Donnerstag entscheidet der Gemeinderat über die Zukunft des Centro Italiano. Für den Ausbau der Bocciahalle zum Multifunktionsraum muss der Baurechtsvertrag geändert werden. Für den Ausbau der Aussenbahn soll das Parlament 75'000 Franken genehmigen.

Das Centro Italiano kennt in Kreuzlingen eigentlich jeder. Das Lokal ist nicht nur wegen seiner grossartigen italienischen Küche sehr beliebt. (Bild: sb)

Das Centro Italiano, früher Vereinshaus und heute beliebtes öffentliches Lokal, sieht langfristig nur eine Zukunft, wenn es sich im Bereich Gastronomie weiterentwickeln kann. Da die Nachfrage nach Boccia in den vergangenen Jahren nachliess und die Bocciahalle immer mehr als Veranstaltungsort für grössere Events wie beispielsweise Public Viewing an EM und WM genutzt wurde, lag es nahe, den Umbau in eine Multifunktionshalle zu prüfen. Diese soll zwei separate Ein- und Ausgänge bekommen sowie Foyer, Garderobe, Bühne, ein Lager, WCs und Technik. Zusätzlich sind energetische Massnahmen nötig. Künftig könnten hier grössere Firmen-, Familien- und Vereinsanlässe und andere Events stattfinden – ohne aufwändige Umbaumassnahmen und ohne Komplikationen mit Vereinsmitgliedern. Denn diese nutzen die Örtlichkeit ja weiterhin und mussten in der Vergangenheit wegen der Doppelnutzung Kompromisse eingehen.

Für den Betrieb einer solchen Halle muss allerdings der Baurechtsvertrag geändert werden. Um auch dem Boccia-Sport weiterhin die Stange zu halten – denn dieser geniesst vereinsintern weiterhin grosse Bedeutung – soll die Aussenbahn überdacht und saniert werden. Dazu muss der Baurechtsperimeter vergrössert werden.

Den Umbau der Halle für geschätzte 250’000 Franken will der Centro-Verein selbst stemmen. Für die Boociabahn haben die Verantwortlichen einen Zustupf von 75’000 Franken bei der Stadt Kreuzlingen beantragt, den der Stadtrat bereits genehmigte.

Für Stadträtin Dorena Raggenbass «gehört Boccia einfach dazu im Centro». Sie sieht im Lokal eine wichtige Institution und steht hinter der Unterstützung im sportlichen Bereich.

Der neue Baurechtsvertrag geht über 30 Jahre, erläuterte Stadtschreiber Thomas Niederberger. Weil sich die Nutzung von der vereinsmässigen hin zu einer kommerziellen verschiebt, hat der Stadtrat den Baurechtszins erhöht und ausserdem an den Umsatz gekoppelt. Jährlich beläuft er sich auf mindestens 7138 Franken. Erwirtschaftet das Centro mehr als 400’000 Franken pro Jahr, wird die Stadt beteiligt. Der Baurechtsvertrag sei angelehnt an andere Verträge mit Partnern aus der Gastronomie wie Seeburg, Fischerhaus, Alti Badi oder Hotel Kreuzlingen – «absolut üblich», so Niederberger.

Centro Italiano: Das 1991 erstellte Gebäude vis-a-vis des Schwimmbads Hörnli war ursprünglich das Clublokal des «Centro Sportivo Italiano Kreuzlingen», der Dachorganisation von vier italienischen Vereinen aus Kreuzlingen aus den Bereichen Fussball, Boccia, Velo und Kultur. Mitgliederstärkster Verein dieser Organisation ist heute die AS Calcio mit rund 400 Mitgliedern. Der Bocciaverein hat nur noch 13 Mitglieder.

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