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Der Kreis des Lebens schliesst sich

Kreuzlingen – Baukräne überschatten derzeit das Alterszentrum Kreuzlingen. Die Genossenschaft plant jedoch bereits den nächsten Schritt für die Zukunft: einen Neubau der Alterssiedlung. Die Baukommission samt Fachjury hat nun einen Sieger aus dem offenen Architekturwettbewerb gekürt. Der Entwurf fügt sich nahtlos an die bestehenden Gebäude an. Der neue Gebäudetrakt soll einen grünen Innenhof umschliessen, auf dem derzeit Parkplätze stehen.

Konnten mit ihrem Projekt überzeugen: (v.l.) Raphael Kräutler, Jaime Rodriguez, Florian Seibold und Maurice Berrel. (Bild: ek)

«Eine Sanierung haben wir geprüft, doch konnte keine der eingereichten Lösungen überzeugen», erklärt Ueli Wepfer, welcher den Architekturwettbewerb für das Alterszentrum organisiert hat, das Auswahlverfahren. Deshalb soll die markante Alterssiedlung mit Balustrade und Balkon dem Erdboden gleichgemacht werden. Auch das Haus in der Kirchstrasse, in dem ehemals das Musikgeschäft Haag drin war, muss dem Neubau weichen.

«Zwar brechen wir das Gebäude ab, doch bauen wir es im gleichen Geist wieder auf», versicherte Architekt Raphael Kräutler. «Shinsen-do» heisst das von seinem Architekturbüro entworfene Siegerprojekt. «Ein berühmter japanischer Garten, der Ruhe und harmonische Kraft ausstrahlt», so der Mitinhaber der Berrel, Berrel und Kräutler AG aus Zürich. Eine einladende Grünfläche mit Teich, Blumenwiese und Rosengarten steht im Zentrum des Entwurfs. Umschlossen wird das grüne Zentrum von einem Winkelbau, welcher 70 Wohnungen beinhalten soll. Der Hof dient zudem immer als Bezugspunkt für die Bewohner, die dadurch immer wissen, wo sie sich im Haus befinden.

Teich, Blumenwiese und ein Rosengarten sollen im Zentrum der Alterssiedlung entstehen. (Bild: zvg)

«Der respektvolle Umgang mit dem Bestand war eines der Hauptthemen unserer Ausschreibung», erklärt Marc Grosjean, der Präsident der Baukommission. Weitere Kriterien waren ein eigener Eingang, ein organischer Übergang an die bestehenden Gebäude sowie eine flexible Baustruktur. «Was auch immer in den nächsten 30 Jahren auf uns zukommt, mit diesem Gebäude können wir flexibel auf die Raumbedürfnisse eingehen», so Geschäftsführerin Anna Jäger.

Denkmalpflege nickt ab
Noch sind die Pläne ganz frisch, erst Anfang Woche hat die Jury ihre Entscheidung getroffen. Nun geht es in die Detailplanung und Kostenabklärung. «Es dauert sicher noch zwei Jahre, bis die derzeitige Alterssiedlung abgerissen wird», so Urs Haubensack, Präsident der Genossenschaft Alterszentrum. Zuerst gilt es, einige baurechtliche Fragen zu klären. Zudem wollte die Stadt den markanten Bau unter Schutz stellen. «Wir konnten jedoch aufzeigen, dass ein Neubau sinnvoller ist», so Haubensak. Dafür forderte die Denkmalpflege einen Sitz in der Jury ein und steht nun hinter dem Projekt.

Zwar sollen die Alterswohnungen des Alterszentrums Kreuzlingen komplett abgerissen werden. Die Architekten lehnen sich mit ihrem Projekt jedoch stark an die bestehende Gestaltung an und planen wiederum einen brutalistischen Bau. (Bild: zvg)

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