/// Rubrik: Leserbriefe | Topaktuell

Die Stimmbürger sehen weiter als die Parlamentarier

Leserbrief – Ständerat und Nationalrat haben die Vollgeld-Initiative abgelehnt. Die Debatte war gekennzeichnet von Ignoranz, Wahrnehmungsverweigerung und emotionaler Voreingenommenheit. (Heinz Schmid)

(Bild: archiv)

Wenn man aber die Menschen auf der Strasse fragt: Wissen Sie und finden Sie gut:

– dass Ihr Geld auf Ihrem Lohnkonto nicht mehr Ihnen gehört sondern in die Konkursmasse der Bank, welche Ihnen den Zugang dazu jederzeit sperren kann?

– dass nur 10% des Geldes im Umlauf (Münzen und Noten) von der Nationalbank geschöpftes Bargeld, also Vollgeld ist?

– dass private, profitorientierte Banken 90% des Geldes als elektronisches Geld selber «machen»? Niemand sonst darf das!

– dass die Bank für einen Kredit von 100 Franken, den sie Ihnen gewährt, nur 2.50 Nationalbankgeld haben muss? Den Rest von 97.50 Franken hat die Bank gar nicht wirklich.

– dass Sie aber den vollen Kredit von 100 Franken verzinsen und zurückzahlen müssen?

Dann sagen alle Befragten: «Nein, das wussten und wollen wir nicht!» Sie alle wollen echtes, sicheres Geld. Das bringt die Vollgeld – Initiative.

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One thought on “Die Stimmbürger sehen weiter als die Parlamentarier

  1. Alexander Salzmann, Gemeinderat (FDP)

    Lieber Heinz. Jetzt muss ich als Freisinniger einem Sozialdemokraten mal recht geben. Das tue ich in diesem Fall gerne und werde ebenfalls mit JA stimmen. Es ist aber keine Anti-Bank-Initiative, wie du sie darstellst. Mit dem Vollgeld werden grundlegende Regeln geschaffen, wobei die überbordende Bankenregulierung grundlegend vereinfacht werden kann, weil dann keine einzige Bank „too big to fail“ mehr ist. Das macht den Staat als Regulator und die Banken als Regulierte effizienter. Als normale Kunden profitieren wir ebenfalls, weil wir dann alle über wirkliche Vollgeld- elektronische Zahlungsmittel verfügen, die nicht der Konkursmasse einer Bank gehören. Ich glaube nicht, dass die Politik die Initiative ablehnt, weil sie falsch wäre, sondern weil die meisten diese schlicht nicht verstehen, und im Zweifelfall lässt man halt alles, wie es ist. Daher wundert mich die politische Gemengelage in dieser Frage von links bis rechts überhaupt nicht.

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