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Geld für die Forschung

Kreuzlingen – Eine Forschungsgruppe am Biotechnologie-Institut Thurgau will herausfinden, wie die T-Zellen aktiviert werden, um eine Immunantwort auszulösen. Der Schweizerische Nationalfonds finanziert dieses Forschungsprojekt mit 572‘000 Franken.

Dr. Jérémie Rossy ist der Leiter der Nachwuchsforschungsgruppe am Biotechnologie-Institut Thurgau. (Bild: zvg)

Die T-Zellen sind ein zentrales Element bei der Bekämpfung von Krankheitserregern in unserem Körper. So sind die CD4-Zellen (T-Helferzellen) für die Steuerung und Koordinierung der Immunantwort verantwortlich, indem sie die anderen Zellen mit chemischen Botenstoffen anleiten. Die CD8-Zellen (T-Killerzellen) töten schliesslich infizierte Zellen ab. Wie die T-Zellen in unserem Immunsystem genau aktiviert werden, ist aber aus molekularer Sicht noch immer unklar. Ein genaueres Verständnis dieser Mechanismen würde ganz neue Ansätze in der Behandlung von Krebs und Autoimmunkrankheiten oder zur Verhinderung von Abstossung transplanierter Organe ermöglichen. Hier setzt ein Forschungsprojekt am Biotechnologie-Institut Thurgau in Kreuzlingen an, das vom Schweizerischen Nationalfonds mit 572‘000 Franken gefördert wird.

Das Projekt unter Leitung von Dr. Jérémie Rossy folgt einer lange vernachlässigten Hypothese, wonach die Aktivierung der T-Zellen in den sogenannten Endosomen im Zellinneren erfolgt. Tatsächlich konnte in den letzten Jahren dank der immer besseren Auflösung von Mikroskopen nachgewiesen werden, dass die Aktivierung von T-Zellen mit einer Neugliederung von Molekülen im Zellinneren einhergeht. Diese tritt ein, nachdem die Zelle ein körperfremdes Antigen erkannt hat. Die Erforschung der Neugliederung der Moleküle dürfte den Schlüssel zum Verständnis der Aktivierung der T-Zellen liefern. In ihrem Projekt wird die Gruppe um Dr. Rossy erforschen, wie innerhalb der Zelle die Signalübertragung nach dem Erkennen des Antigens funktioniert und wie und wann eine Immunantwort ausgelöst wird.

Mit dem erfolgreichen Start der Forschungsgruppe von Dr. Jérémie Rossy arbeiten am Biotechnologie-Institut Thurgau nun wieder drei Forschungsgruppen. Die beiden anderen Forschungsgruppen werden von Prof. Dr. Marcus Groettrup respektive von Prof. Dr. Daniel Legler geleitet. Dr. Rossy leitet die dieses Jahr wieder neu gebildete Nachwuchsforschungsgruppe. Dass die Leitung der Nachwuchsforschungsgruppe am BITg die wissenschaftliche Karriere massgebend fördern kann, zeigt nicht zuletzt das Beispiel des Leiters der ersten Nachwuchsforschungsgruppe am BITg, Dr. Hesso Farhan. Dieser erhielt letztes Jahr den Ruf als Professor an die Universität Oslo, wo er nun mit Teilen seines ehemaligen BITg-Teams forscht und lehrt.

Das Biotechnologie-Institut Thurgau (BITg) ist eine universitäre Forschungseinrichtung in Kreuzlingen. Schwerpunkt des Instituts ist die anwendungsorientierte Grundlagenforschung in den Bereichen der Tumorbiologie, der Immunologie und der Zellbiologie. Das BITg ist ein An-Institut der Universität Konstanz und wird getragen von der Thurgauischen Stiftung für Wissenschaft und Forschung.

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