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Wer trägt die Verantwortung?

Leserbrief – Konrad Weidmann aus Tägerwilen findet es bedenklich, dass zwei Mobilfunkantennen in Tägerwilen bewilligt wurden. Er gibt Tipps, wie man sich gegen Funkstrahlung schützen kann.

Internetnutzung geschieht immer mehr übers Mobiltelefon. (Bild: Lupo)

Auf dem Dach des Call-Centers an der Konstanzerstrasse 17 will die Swisscom zwei leistungsstarke Mobilfunkantennen bauen. 123 betroffene Anwohner erhoben Einsprache gegen das Vorhaben und verlangten einen umwelt- und gesundheitsverträglichen Mobilfunk. Die obersten Gemeinderäte lehnten die Einsprache kurz vor Weihnachten ab und bewilligten die Antennenmasten. Unter anderem mit der Begründung, dass es zweifelsohne Menschen gebe, die auf die Antennenstrahlung empfindlich reagieren. Es handelt sich dabei um die laufend steigende Zahl von zehn bis 20 Prozent elektrosensibler Personen in der Schweiz. Gemäss Gemeinderat sollen diese Personen eine andere Wohngemeinde suchen, die weniger strahlungsbelastet ist. Der Gemeinderat bringt damit klar zum Ausdruck, wie er mit Minderheiten umgeht.

Bekanntlich hat die Krebsforschungsagentur der WHO bereits 2011 Funkstrahlung in das internationale Verzeichnis krebserregender Stoffe aufgenommen. Keine Versicherung deckt aus diesem Grund Strahlenschäden des Mobilfunks. Die Grenzwerte in der Schweiz schützen ausdrücklich nicht vor den gesundheitlichen Langzeitschäden bei Dauerbestrahlung durch Antennenmasten. Die Grenzwerte wurden nämlich von der Mobilfunkindustrie selber vorgegeben. Da inzwischen sehr gut dokumentiert ist, dass auch landwirtschaftliche Nutztiere (z.B. Kälberblindheit) und Pflanzen durch Funkstrahlung geschädigt werden, braucht auch niemand mehr auf das verächtliche Gerede hören, dass alles bloss Einbildung sei.

Wie kann man sich vor Funkstrahlung schützen? Wenn möglich, immer Kabel statt Funk für die Kommunikation verwenden. Strahlende WLAN-Geräte bei Nichtgebrauch immer ausschalten. Smartphones so oft wie möglich in den Flugmodus schalten, damit sie nicht unnötig strahlen. Handys und Smartphones nicht direkt am Körper tragen und schon gar nicht an den Kopf halten, um das nachgewiesene Risiko für Tumore zu verringern. Leistungsstarke Antennenmasten sollten nur noch ausserhalb des Siedlungsgebietes bewilligt werden. Wer schlechten Handy-Empfang hat, soll einfach WiFi-Calling nutzen. Wer sich vertieft informieren möchte, dem sei das aktuelle Buch «Land im Strahlenmeer» von Ursula Niggli empfohlen.

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