/// Rubrik: Region | Topaktuell

Auf der Suche nach Atlantis

Konstanz – Das Theater Konstanz beginnt mit der Planung eines Grossprojektes für 2020. Intendant Christoph Nix und sein Team sind sich sicher: «Atlantis liegt im Bodensee.» Deshalb sticht er mit seinen Schauspielern und Zuschauern in See.

Wird die «Schwaben» Theater-Spielstätte im Frühjahr 2020? (Bild: zvg)

Im Frühjahr 2020 sticht ein Theaterforschungsschiff von Konstanz aus in See. «Wir wollen mit dem Haus auf Reisen sein», so Nix, Intendant des Theaters Konstanz. Es sollen Städte in der Schweiz, Österreich und Deutschland per Schiff angefahren und bespielt werden. Beiboote und Segelschiffe begleiten das Hauptschiff. Die Zuschauer werden zum Teil an Land, aber auch auf den Booten sein. In Städten wie Kreuzlingen, Meersburg oder beispielsweise Langenargen legen die Beiboote an und die Bewohner können sich über verschiedene Flashmobs freuen.

Das Stück sei noch nicht geschrieben, meint Laura Ellersdorfer, leitende Dramaturgin des Theaters: «Wir werden uns zum Teil an Fragmenten der Menschheitsgeschichte, wie der Odyssee, bedienen.» Auch historische Figuren aus der Region sollen gespielt und zum Leben erweckt werden. Dabei denkt Nix an Figuren wie Hermann den Lahmen von der Insel Reichenau. Das Schöne sei momentan auch, dass man noch in den Startlöchern stehe und somit offen für Ideen, Figuren und Texte sei, betont die Dramaturgin. Die Grundidee des Intendanten: Eine Utopie zu schaffen und zusammen mit den Nachbarländern nach dem verlorenen Atlantis im Bodensee suchen. Ziel ist es auch, den Randregionen der verschiedenen Ländern den Bodensee als verbindendes Element bewusst zu machen. «Es muss Verbindung stattfinden», fordert Nix.

So sollen auch Jugendliche aus allen Bodenseeregionen über Theater-Vereine oder durch Schulen die Möglichkeit bekommen, sich am Projekt zu beteiligen. Ingo Putz, Leiter des Jungen Theaters in Konstanz, sieht dem Einbinden von anderen theaterbegeisterten Teenagern gespannt entgegen. Dabei könne man Stücke wie Peter Pan oder Gullivers Reisen aufführen, meint Putz.

Es ist angedacht, eines der Grossschiffe wie die «Schwaben» oder die «Karlsruhe» anzumieten und zu bespielen. Dies wird aber noch verhandelt. Die geschätzten Kosten des Projekts schwanken derzeit zwischen 300000 und 700000 Euro, deshalb gelte es jetzt die finanziellen Zuschüsse abzuklären. Man sei zuversichtlich und könne sich beispielsweise über Zuspruch des Bodenseefestivals freuen, erwähnt Nix. Das Ziel des Intendanten: «Draussen spielen, zusammen sein und träumen.»

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.