/// Rubrik: Leserbriefe | Topaktuell

Kuhn ist wieder da!

Leserbrief –  Ich bin nur Vater eines Sohnes, der nicht so funktioniert, wie das System es vorgesehen hat. Klar bin ich stolz auf ihn, halte zu ihm, in guten und in schlechten Zeiten. Ganz sicher wäre auch er ein Versuchskaninchen gewesen in den 60er bis 80er Jahren in Münsterlingen Seeseite. (Hubert Hofmann)

(Bild: archiv)

Mein Sohn nimmt täglich Medikamemte, doch ich sehe keine Wirkung, stelle
nur fest, dass er, wenn er manisch ist , zu kreativen Höhepunkten fähig ist. Depressive Momente habe ich bei ihm jedoch noch nie erlebt. Er wird derzeit psychiatrisch betreut, schluckt all die Pillen, die ihm verordnet werden, doch Genesung – der Durchbruch – ist ausser Sicht.

Ich frage mich echt, wie er das auf die Reihe kriegt, ob die Medikamente wirklich wirken und ob der Psychiater nur eine Schachfigur abgibt, der seinen Obulus verdient. Münsterlingen hat sich von der ehemals geschlossenen Klinik mit hölzernen Bretterwänden mit versteckten Versuchen zu einer modernen Psychiatrie mit transparenten Behandlungen ohne Stacheldraht und Gummizelle entwickelt, bietet zudem Kultur und nach wie vor Seesicht vom feinsten.

Unverständlich jedoch für mich, dass es das Prunkstück der Klinik, das Haus F, nicht mehr gibt. Dort konnten sich die Patientinnen und Patienten zurückziehen und kreativ betätigen, ihre Vision der Welt auf die Leinwand, bringen, sie festhalten und der Mitwelt übermitteln.
Ich wünsche mir so sehr, dass mein Sohn wieder eine klare Sicht auf den Obersee bekommt, Münsterlingen links mit kühnen Ideen die Vergangenheit  abstreifen und endlich mal wieder aufatmen kann.

Ich glaube weiterhin an meinen Sohn und an die Zukunft der Klinik  Münsterlingen, wo ich bereits ein Zimmer reserviert habe. Denn, wer weiss,
wann auch für mich der Moment kommt, dass ich mich nicht mehr orientieren kann !

 

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