/// Rubrik: Kultur | Topaktuell

Die Kunst schafft einen neuen Kosmos

Kreuzlingen – Heute, 19.30 Uhr, werden im Kunstraum Kreuzlingen zwei Ausstellungen eröffnet. Heiko Blankensteins «Who needs gravity anyway» stellt den Weltraum als Fortsatz der Natur in den Vordergrund. Hicham Berradas «Sturm im Wasserglas» projiziert Entstehungsprozesse auf Leinwand.

Die Kernfusion oder eine Blume? (Bild: Heiko Blankenstein)

Betritt man den Kunstraum, blickt man direkt auf eine Installation in der Raummitte. Die Skulptur im Zentrum eines Holzgerüsts stellt die Kernfusion dar, die in der Sonne stattfindet, wenn Wasserstoff zu Helium umgewandelt wird. Gleichzeitig steht das Gebilde im Raum wie eine Blume. «Ich habe mich künstlerisch mit der Astronomie und Kosmologie als Erweiterung der Erde und der Natur auseinandergesetzt», erklärt Heiko Blankenstein, «doch im Augenblick durchlebe ich eine schöpferische Neuorientierung, weg vom Kosmischen und zurück zur Natur.»

Zwei Tage vor Eröffnung wirkt der Ausstellungsraum noch wie eine Baustelle, denn in seine Arbeiten investiert Blankenstein viel Aufwand und Zeit. So auch im Kunstraum in Kreuzlingen. Mit dem Ziel im Raum ein Gesamtkunstwerk entstehen zu lassen, verbindet er seine Bilder und Skulpturen mit Holzkonstuktionen. Auch die Beleuchtung hat er in Form von Leuchtstoffröhren selbst gestaltet. Die Bilder, die mit Tusche, Farbstiften und Acryl auf Papier gezeichnet sind, werden so von hinten beleuchtet. Gleichzeitig sind die Kabel der Röhren zu einem visuellen Mittel der Ausstellung geworden, welches die Arbeit in und mit dem Raum zum Teil der Kunst macht.

Blankenstein hat in Kreuzlingen ein Gesamtkonzept mit Überraschungsmoment geschaffen, in dem die Schwerkraft in den Hintergrund tritt und etwas Spielerisches entsteht.

Das Universum im Wasserglas
Im Tiefparterre findet man die Idee des Kosmischen mit natürlichen Elementen wieder. Auf drei grossen Leinwänden sind Hicham Berradas Filmarbeiten zu sehen. Spielerisch zeigt er das Entstehen von immer Neuem in scheinbar Banalem.
Er füllt ein Konservenglas mit einer säurehaltigen Flüssigkeit und wirft dann verschiedene organische Stoffe hinein. Auf Film ist jedoch nur festgehalten wie sich diese Stoffe in der Flüssigkeit entwickeln. Der Betrachter kann dieses Entstehen miterleben, weiss aber gleichzeitig nicht was und wieso es passiert. Verfolgbar sind einzig die Prozesse im Wasserglas, die an Alchemie erinnern. Die farbigen Videos zeigen eigene kleine Universen, die immer neu entstehen und doch in sich geschlossen sind.

Vernissage, Konzert und Soirée
Heute, 19.30 Uhr, ist die Eröffnung beider Ausstellungen in Anwesenheit von Heiko Blankenstein. Im Rahmen der Expositionen wird es ein Konzert und eine Soirée geben. Hier soll zu den Filmen musikalisch improvisiert werden. Am 18. März, 11 Uhr, findet die Finissage statt.

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