/// Rubrik: Topaktuell | Vereine

«Gemeinsam statt einsam»

Güttingen – Margrit Bischofberger steht morgen Abend stellvertretend für den Frauenverein Güttingen im Finale von «Helden des Alltags 2017», eine Auszeichnung des Radio SRF 1 und «Schweiz aktuell».

Am Bücherhäuschen liest sich Margrit Bischofberger gerne die Rückmeldungen der Leser durch. (Bild: jl)

Von über 300 Vorschlägen, die beim Radio SRF 1 eingingen, wurden drei Finalisten für die Auszeichnung «Helden des Alltags 2017» ausgefiltert. Darunter die Sunnehüsli-Besitzerin Margrit Bischofberger aus Güttingen. Die 63-Jährige kam 1986 nach Güttingen und hat sich dort mit den Jahren sehr gut eingelebt, nicht zuletzt durch ihr aktives Vereinsleben. Auch das Sunnehüsli, das sie mit ihrem Mann bewirtet, ist mittlerweile ein sehr beliebtes Ausflugsziel in der Region.
Zwölf Jahre lang war Bischofberger Präsidentin des ortsansässigen Frauenvereins, der sich immer wieder für das Wohl der (Dorf-) Gemeinschaft einsetzt. Das war auch der Grund, weshalb gerade sie zum Gesicht für den Verein vorgeschlagen wurde. «Ich kenne quasi jeden aus dem Verein», bemerkt die Finalistin.

Viele Projekte
Eine ihrer Ideen ist die «Besorgungs-Tour». «Immer mehr Geschäfte fehlen in Güttingen, auch eine Bank. Deshalb bieten wir den Leuten an, sie beim Einkauf inner- oder ausserhalb des Dorfs zu begleiten», berichtet Bischofberger. Beim Pendant «Entsorgungs-Tour» bringt ihre Kollegin Susan Feminis beispielsweise leere Flaschen oder andere Dinge weg, die die Leute nicht mehr selbst entsorgen können, da sie nicht mobil sind. «Schade ist, dass die Bürger das Angebot nur spärlich wahrnehmen. Wir wollen gerne Familien entlasten, aber ich denke einige Leute trauen sich nicht, uns zu kontaktieren», so die 63-Jährige über das Projekt.

Nicht weit entfernt vom Sunnehüsli steht das Bücherhäuschen, ein weiteres Angebot des Frauenvereins, aus dem Spaziergänger zum Lesen Bücher entnehmen, und andere Bücher wieder hineinstellen können. In diesem Bücherregal steht neben Romanen und Kurzgeschichten, auch ein Gästebuch. «Manchmal komme ich hier her, sortiere Bücher aus die nicht ins Regal passen und lese mir die Rückmeldung der Passanten durch. Es freut mich zu lesen, dass das Regal gut ankommt», erzählt die sechsfache Grossmutter. Auch weitere Projekte schweben der Güttingerin noch vor – ein «Repair-Café» zum Beispiel. Als Heldin sieht sich Bischofsberger aber nicht. Ihr innerlicher Ansporn ist es, die Leute zusammen zu bringen. Ihr Motto: «Gemeinsam statt einsam.»

«Mein Held ist ein Schweizer»
Die Gemeinschaft ist Bischofberger sehr wichtig. «Wir sind ein Verein für jedes Alter und jeder leistet so viel er kann und möchte», erklärt die ehemalige Präsidentin des Frauenvereins. «Über mehr junge Mitglieder würden wir uns dennoch freuen. Ich bin mir sicher, dass man mit den nötigen Impulsen stärker auf die Bedürfnisse der jüngeren Generation im Dorf eingehen könnte. Bisher sind junge Frauen hauptsächlich bei den Kinderkleiderbörsen tätig.»

Fragt man die Sunnehüsli-Wirtin nach ihrem persönlichen Helden sagt sie bescheiden: «Mein Held heisst Toni, er ist ein Schweizer Brückenbauer, der vor allem in Lateinamerika Hängebrücken für arme Leute errichtet. sodass diese zur Schule oder ins Spital gehen können. Dieser Mann hat beim Thurgauerischen gemeinnützigen Frauenverein in Weinfelden einen Vortrag gehalten und sein Engagement hat mich im Herzen berührt.»

Radio SRF 1 und «Schweiz aktuell» übertragen die Preisverleihung zu «Helden des Alltags 2017» morgen ab 19 Uhr live. Bis zu Sendebeginn kann man für seine Favoritin oder seinen Favoriten abstimmen auf: www.srf.ch

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.